Sex im Alter (3): Das Altersheim



Tja, wenn man über Sex im Alter spricht, kommt man früher oder später an folgender Frage nicht vorbei: “Wie geht es mit dem Thema weiter, wenn man dann im Altersheim landet?”

Um hier mehr Informationen zu bekommen haben wir Vanessa del Rae befragt, die früher auch in der Altenpflege tätig war (Siehe auch PodCast Nr. 10 “Vanessa del Rae”). Wir haben Vanessa in Hamburg getroffen, als sie eine Gesprächsrunde zu dem Thema “70, sinnlich, sexy – ein Tabu?” geführt hat.

Soviel sei schon mal verraten:
1) Es ist ein Tabu und 2) wir waren entsetzt, da unsere schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen wurden!

Stellt Euch nur vor, – Ihr hättet gerne Nähe, Kuschel-Einheiten oder sogar Sex, und dürft einfach nicht. Es ist Zeit gegen die Unterdrückung menschlicher Bedürfnisse und Gefühle im Alter, wie sie in den Heimen stattfinden, etwas zu unternehmen! Hilfe von den Grauen Panther oder dem MDK in der Sache? – Vergesst es, die ignorieren dieses Thema obwohl sie dafür ja wohl zuständig wären.
Wir werden alle mal alt und sollten uns mit Nachdruck wehren, solange wir es noch können.

Ach ja, bitte schaut Euch auch unseren zusätzlichen Beitrag von gestern, “Alte Liebe” von Marthe, hierzu an.

 





47 thoughts on “Sex im Alter (3): Das Altersheim

  1. Sex im Altersheim stelle ich mir “schwierig” vor, sind doch die alten Mädels dort fast unter sich!
    Die verbliebenen Bengels sind selten fit und wenn, dann werden sie sicher umschwärmt und es gibt Eifersuchtsdramen unter den Damen.

    Vielleicht ist es das, was Pflegeeinrichtungen von vorneherein verhindern wollen?
    Auf jeden Fall sollte die Möglichkeit bestehen, dass Menschen traute Zweisamkeit pflegen können, wenn ihnen danach ist.

    Ein romantisch, kuscheliges Liebeszimmer mit Dinner zu zweit z.B.

    Solange es aber Heime gibt (habe ich mal gehört), wo selbst Ehepaare nicht zusammen wohnen dürfen, weil Jungs und Mädels getrennt aufbewahrt werden, ist das sicher nicht gewährleistet.

    Wie soll man aber all den Singel/innen Genüge tun, wenn ihnen das Fell jukt?

    Man kann schließlich nicht alles vom ohnehin überlasteten Pflegepersonal erledigen lassen.
    ;o)))

    Ich denke, gerade bei der Generation, die jetzt alt ist, ist ja sogar Selbstbefriedigung noch ein Tabuthema.

    Aber bis wir so alt sind, dass wir dort landen, wird das Alterheim “gerockt”, da bin ich mir sicher!
    ;o)))

    Ich bin gespannt, ob Vorschläge und Ideen dazu eingehen.

    Es geht nicht um die Senioren, die genug Geld haben, sich alles kaufen zu können; für die lassen sich sicher selbst diese Probleme erledigen, indem sie die nötigen Freudenspender vorbeikommen lassen.

  2. Wie diese, sicherlich vorhandene Problematik zu lösen ist, weiß ich auch nicht aber, wie sich die Grauen Panther dazu geäußert haben ist doch komplett daneben!
    Aus diesem verdrängtem Thema ein echtes Thema zu machen sollte angesagt sein. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die heutigen Grauen P. insgesamt noch einer eher verklemmten Generation angehören und es noch eine Zeit dauert bis aufgeklärtere Alte “entstehen” – die Zeit arbeitet ja (leider) dran.
    Vielleicht ergeben offene Gespräche und Diskussionen eine Lösung oder zumindest einen Lösungsansatz.
    Nicht darüber zu reden bringt uns und besonders die alten Menschen aber mit Sicherheit nicht weiter.

  3. “Aber bis wir so alt sind, dass wir dort landen, wird das Alterheim “gerockt”, da bin ich mir sicher!”
    Da wäre ich mir nur wirklich sicher, wenn bis dahin tatsächlich mal ein öffentliches Gespräch zu dem Thema entsteht. Nur dann haben wir eine Chance – aber wir arbeiten ja dran.

    “Sex im Altersheim stelle ich mir “schwierig” vor, … Vielleicht ist es das, was Pflegeeinrichtungen von vorneherein verhindern wollen?”
    Davon bin ich sogar überzeugt, da es sicherlich wirklich Probleme mit sich bringt. Aber, das darf trotzdem nicht bedeuten, dass deshalb Menschen an der Erfüllung ihrer natürlichen, menschlichen Bedürfnisse gehindert werden.
    Die Sache mit dem speziellen Liebeszimmer finde ich hier z.B. schon mal einen guten, ersten Ansatz.

    “Man kann schließlich nicht alles vom ohnehin überlasteten Pflegepersonal erledigen lassen.”
    Natürlich nicht, da bin ich völlig Deiner Meinung und die Pflegekräfte können meist auch wirklich garnichts dafür. Ich vermute sogar, die benötigen in dieser Sache dringend Hilfe. Die müssen ja, bei durchgehender Überlastung, die Suppe vor Ort auslöffeln und wissen, wie Du und ich auch, nicht genau was zu tun ist.
    Nur, wenn die vermeindlich zuständigen Organisationen sich Gesprächen, Diskussionen, Seminaren, etc. verweigern, kommen wir, als Gesellschaft, hier nicht weiter. Die Thematik muss jetzt dringend öffentlich auf den Tisch um neuen Ideen, die dann hoffentlich kommen, eine Chance zu geben.

  4. Hallo Simon – das sehe ich genau so.
    Aber, das Dumme daran ist, dass wir nicht warten können bis die Gr.Panther sich selbst, durch natürlichen Personalwechsel, aufklären. Das Problem existiert jetzt und es besteht dringender Handlungsbedarf. Selbst wenn hier Lösungen gefunden werden, dauert es ja meist noch Jahre bis diese dann in die Realität umgesetzt werden können.
    D.h., das Leiden der Senioren mit sexuellen Wünschen kann und wird noch lange Zeit so weiter gehen, selbst wenn jetzt eine Diskussion entstehen sollte – also, jeder Tag zählt.

  5. Ich möchte noch etwas loswerden!

    Sex ist ja eine Sache … eine sehr schöne Sache … und ein Dinner zu zweit in einem romantischen, kuscheligen Liebeszimmer … auch ein herrlicher Gedanke. (Danke für diese Idee, Marthe!) ABER, es geht leider nicht nur um Sex. Dass Sex nicht unterstützt wird, sondern geradezu verhindert wird oder quasi fast nicht möglich ist, ( … Heime gibt, wo selbst Ehepaare nicht zusammen wohnen dürfen, weil Jungs und Mädels getrennt aufbewahrt werden … ) ist grausam an sich …

    … aber viel schlimmer ist, dass es noch früher anfängt: Bei Zärtlichkeiten, Hautkontakt und Zeit für Einander!
    Es gibt Untersuchungen genug, die aufzeigen, dass Hautkontakt, Massage oder Gespräche sofortige positive Wirkung hat, bei der Menge von Schmerzmitteln, Schlafstörungen oder Depresiv Verstimmungen bei älteren … oder vielmehr … bei ALLEN Menschen!

    Das alles, im Altersheim, auf das Pflegepersonal abzuwälzen, geht aber GAR NICHT. Sie haben jetzt schon keine Zeit, sondern sind völlig überlastet.

    Vielmehr ist ein Umdenken nötig! Ein gravierendes Umdenken in jeder Hinsicht!
    Es ist eine politische Entscheidung, eine Gesellschaftliche Entscheidung, wie mit alten Menschen umzugehen! Deswegen auch unser Versuch dagegen etwas zu tun, unser Versuch, ein erster Dialog in Gang zu kriegen.

    Und ja, wir haben alle nicht die endgültige Lösung. Wäre gar nicht möglich. Aber es hilft zu REDEN! Und wir fangen jetzt damt an.

    Ann-Marlene

  6. Moin miteinander,

    wenn ich als jemand, dem die mögliche “Aufbewahrung” in vielleicht einem oder 1,5 Jahrzehnten bevorsteht, über die kommenden Probleme der Überalterung der Gesellschaft nachdenke, wird mir ganz anders.
    Als eine wirklich bedenkenswerte Alternative zu Aufbewahrungsanstalten (gesetzlich bezahlte Alten- und Pflegeheime, private Seniorenresidenzen sind für den Normalverdiener unerschwinglich) sehe ich die Möglichkeiten einer Alten-WG, wie der Bremer Ex-Bürgermeister es praktiziert. In einem solchen Umfeld scheint es möglich, Nähe und Kontakt noch zu leben und dennoch Hilfe bekommen zu können, wenn nötig.
    Dennoch scheint es mir extrem wichtig, dass jeder/jede Ältere seine körperlichen und gesundheitlichen Möglichkeiten zur Befriedigung ggfs. auch mit kleinen Hilfsmitteln so lange es irgendwie geht ausnutzt.
    Nach meiner jetzigen Auffassung von Lebensqualität möchte ich, wenn ich noch bei halbwegs klarem Verstand bin, nicht in eine solche Wartehalle zum Friedhof jahrelang abgestellt werden, sondern lieber den direkten Weg gehen.

  7. Ich habe mich noch nie mit diesem Thema beschäftigt und muss zugeben, ich verstehe nicht ganz die Zusammenhänge hier.

    Alte Menschen die in ein Pflegeheim kommen, kommen doch deswegen dort hin, weil sie nicht mehr in der Lage sind für sich selbst zu sorgen. Auch wenn ich mir jetzt nicht vorstellen kann, wie man sich auf eine sexuelle Verbindung einlassen kann, wenn weder der Eine, noch der Andere für sich selber sorgen kann……..Dann ist es doch meines Wissen nicht so, dass ein Mensch der ins Pflegeheim kommt, auch automatisch entmündigt wird. Wenn ich mich also zu einem sexuellen Abenteuer dort in der Lage fühle, dann tue ich es….wer sollte es mir verbieten?

    Wenn alte Menschen nun garnicht mehr für sich selber sorgen können und zudem vielleicht auch noch entmündigt(zwecks erfolgreicher Einweisung etwa) wurden, soll dann das Pflegepersonal/-Heim dafür sorge tragen, dass diesen Menschen auch noch der erwünschte Sex zukommt? Das ist doch rein rechtlich schon unmöglich, wenn sich zum Beispiel dadurch die Todesfälle als Folge des Beischlafs erhöhen. Wer soll das denn vertreten?

    Ich würde einfach mal pauschal sagen: Menschen die noch dazu in der Lage sind über sich selbst zu bestimmen, die können nicht wirklich daran gehindert werden irgendwelche Partnerschaften mit anderen auszuleben. Menschen die dazu nicht in der Lage sind, denen kann es nicht verordnet werden.

    Wie würden denn Eure konkreten Vorschläge(die alle Seiten berücksichtigt, auch die rechtliche usw.) aussehen? Was genau sollte die Gesellschaft an ihrem Denken verändern und welche konkreten politischen Entscheidungen müssen getroffen werden, damit pflegebedürftige Menschen Sex haben.

  8. Es geht nicht nur um den puren Sex, wie Ann-Marlene auch schon angemerkt hat, sondern auch um Nähe und Zärtlichkeiten im allgemeinen.
    Wie man von vielen Seiten hört, sind die meisten Heime eher darauf ausgerichtet, so etwas nicht gerade zu fördern – das ist insgesamt einfach kein Thema, eben ein Tabu.
    Es wird über fast alles geredet und geforscht, wie z.B. Farbenlehre, musikalische Welten, Fitness, Unterhaltungsabende, Ernährungspläne, etc., etc. – aber eben nicht über eines der wichtigsten Themen überhaupt:
    Wie gehen wir mit Menschen um, die auch im hohen Alter noch körperliche Nähe bis zu Sex haben möchten oder für ihr Seelenheil sogar brauchen – und nur noch schlecht bis garnicht selbst dafür sorgen können.
    Die Pflegekräfte haben darunter oft zu leiden, wie Vanessa ja im Film auch beschreibt.
    Es gibt z.B. Situationen, wo ältere Frauen im Genitalbereich gewaschen werden und sich mit Freude gegen den Waschlappen drücken – signalisieren, bitte weiter machen. Eigentlich kein echtes Problem, aber für viele Pflegekräfte sehr überraschend und psychisch nicht einfach zu handhaben.
    Wenn so ein Thema ignoriert wird, kann auch niemand entsprechend geschult, und darauf vorbereitet werden.
    Hier muss sogar besonders intensiv geredet und geforscht werden!

    Eine Lösung können wir auch nicht bieten, haben aber ganz einfache Ansätze:
    1) Das Thema nicht verdrängen und als existent akzeptieren
    2) Darüber mit erfahrenen Personen wie z.B. Pflegekräften und Psychologen
    öffentlich sprechen und diskutieren – und natürlich, die Sexologen nicht vergessen
    3) Lösungsansätze suchen, durchdenken und dann entsprechend handeln

    Genau das wollte Vanessa (und auch wir) mit ihren Gesprächsrunden und Seminaren erreichen.
    Wir wollen nie wieder Antworten, von eigentlich zuständigen Organisationen hören, wie:
    Kein Bedarf oder, so richtig bescheuert: Das ist nicht Prüfungsrelevant.

  9. Danke für die Antwort Felix!

    Mir fehlt hier ein wenig die Sichtweise der Heime. Das Thema ist sicher nicht neu und dementsprechend wird es eine Einstellung dazu geben. Das sollte man wohl erstmal wissen und dann erfahren warum es nicht relevant für weitere Prüfungen ist.

    Ihr müsst doch aber irgendeine Vorstellung davon haben, wie man im Einklang mit den Regeln eines Pflegeheimes dafür sorgen müsste, dass die Menschen befriedigt werden. Sonst braucht man es doch nicht als Missstand beschreiben, wenn man keine Alternative ersinnt.

    Was garantiert in der heutigen Zeit völlig untergeht, ist die Möglichkeit des Pflegepersonals sich um den Menschen mit Muße zu kümmern. Diese Muße könnte problemlos Streicheleinheiten für Körper und Seele beeinhalten und auch Massagen wären ja kein Problem.
    Das was darüber hinausgeht und mehr erotische Bedürfnisse befriedigen soll, ist wohl nicht im Ernst vom Pflegepersonal zu erwarten.

    Brauchen wir vielleicht bedienstetes oder freischaffendes Pflegepersonal extra zur Befriedigung der erotischen Bedürfnisse der Pflegebedürftigen? Das scheint absurd.

    Wenn wir alle erkannt haben, dass jeder Mensch diese Bedürfnisse hat, müssen wir das nicht auch ausweiten auf Menschen mit Behinderung in betreuten Wohnheimen. Haben behinderte, und hiermit meine ich auch geistig behinderte Menschen nicht auch körperliche Bedürfnisse?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine sexuelle Rebellion in diese Richtung geben wird.

  10. Lieber Harti,

    Hast du meinen Eintrag (Nr. 5, hier auf der Seite weiter oben) schon gelesen?

    Das Pflegepersonal hat ja leider heute zu Tage gar keine Zeit.
    Sonst, stimme ich dir zu, könnte das Personal sehr wohl Streicheleinheiten und Nähe geben. Es scheint ja den meisten sogar sehr schlecht damit zu gehen, Bedürfnisse wahrzunehmen, die dann ignoriert werden müssen.

    Das Problem der “Dienstleistungen” bei Sex gab es schon immer unter anderem bei Menschen mit Behinderung.

    Für diese Gruppe stellt sich das Problem sogar noch größer da, weil auch jüngere Altersgruppen betroffen sind, und Sex somit noch wichtiger ist.

    Hier kann ich aus Erfahrung erzählen, dass es dann z. Bsp. darum gehen kann, dass eine Pflegekraft einem Spastiker seinen “Spezial-Massage-Apparat” so in die Hand legt, dass dieser den “An-Aus“-Knopf bedienen kann und sich dann selbst befriedigen kann. Oder, das jemand Hilfe bekommt, seinen Reisverschluss zu öffnen. Das könnte auch bei einer pflegebedürftigen Person mit Parkinson ein Problem sein.
    Die Industrie hat längst reagiert. Es ist heute möglich, verschiedene sexuelle Hilfsmittel zu kaufen, die “leichter zu bedienen sind”, als die aus dem normalem Sex-Shop.
    In diesem Bereich hat sich also etwas getan. Wahrscheinlich, weil es um Menschen geht, die für sich selbst sprechen können.
    Sexualität ist in jüngeren Jahren einfach ein so STARKES Bedürfnis, dass es nicht wegzudenken ist.

    Geht das bei Älteren? Wegdenken, meine ich … Anscheinend, JA!

    Womit wir wieder am Anfang sind … bei Vanessas Seminar, das “nicht Prüfungsrelevant” ist!

    Grüße
    Ann-Marlene

  11. Harti,
    Menschen im Altersheimen sind nicht immer total gebrechlich und hilfsbedürftig!

    Zum Beispiel müssen Menschen betreut werden, die oft hinfallen, weil ihr Herz “stolpert” – kurz aussetzt. Sie brauchen zwar ganztägig Aufsicht und können deshalb nicht mehr in ihrer Wohnung bleiben, sind aber sonst völig o.k.

    Es ist durchaus nicht selten, dass man sich dann ein Zimmer zu zweit teilen muss. Intimsphäre gleich null.
    Wer aufmuckt, wird mittels Medikamente ruhig gestellt, damit der Arbeitsablauf nicht gestört wird.

    Es geht also nur bedingt um Sex, sondern darum, dass man ganz viele normalen Bedürfnisse nicht mehr haben darf.
    Und da die Temperamente und Ansprüche sehr unterschiedlich sind, wird das für einige ein ziemliches Problem sein.

    Von einem Moment auf den anderen hört man auf, ein Individuum zu sein, sondern ist nur noch ein Fall, der nach Pflegesatz-Regeln betreut wird?
    Ganz sicher nicht!

    Dazu kommen die Dementen, die nicht über die Ratio, sondern von ihren Gefühlen gesteuert werden.

    Bei unserem jetzigen Pflegesystem ist individuelle Betreuung für den normalen Rentner nicht vorgesehen.
    Auch zarte Bande dürfen sich nicht entwickeln, denn es könnten Probleme entstehen.
    Alte sind aber keine Kleinkinder!

    Ein Problem für Pfleglinge und Personal gleichermaßen.

    In eingen Städten kommen einmal die Woche Ehrenamtliche mit Hund zu “Besuch”. Die Streicheleinheiten werden dann beidseitig sehr genossen.
    Es gibt auch einige wenige Altenheime mit Haustieren, die von den Heiminsassen liebevoll gepflegt werden.

    Aber Liebe im Altenheim – ein Tabuthema.

  12. Eigentlich hatte ich gerade auf Deine Beiträge reagiert Ann-Marlene.

    Ich denke es geht hier um zwei getrennt zu behandelnde Probleme.

    Das es generell um die Versorgung der alten Menschen in Pflegeheimen schlecht bestellt ist, ist ein altes und trauriges Thema. Das hat natürlich auch nach wie vor mit dem Grundrespekt zu tun, den Jüngere glauben den Alten gegenüber nicht mehr entgegen bringen zu müssen. Das andere Problem ist heutzutage immer deutlicher die Finanzierung der Leistungsschwachen dieser Gesellschaft. Diesen Bereich der Reduktion von Menschen auf Störmaterial, teilen sich die Alten aber mit reichlich anderen Gesellschaftsgruppen. Dennoch sollte dieser Bereich ansich lösbar sein, wenn die Gesellschaft wieder mehr nach menschlichen Bedürfnissen umstrukturiert würde.

    Das Andere um das es hier geht(zumindest wenn ich es richtig verstanden habe) ist wohl die Einstellung von Pflegeheimen zu Partnerschaften und Sex unter den Menschen die ihnen zur Obhut anvertraut wurden. Hierfür Sorge zu tragen, den Menschen Partnerschaften, Dienstleistungen spezieller Art?, Sex zu verschaffen, soll hier doch nicht ernsthaft eingefordert werden oder?
    Das der Verantwortungsbereich gegenüber Schutzbefohlenen dies nicht beinhaltet, wird sicher ganz konkrete Gründe haben. Diese Gründe sind meiner Meinung nach mit sich auferlegtem “Tabu” schlecht beschrieben. Es geht wohl nicht darum, dass etwa Sex zwischen alten Menschen etwas unanständiges wäre.

    Für den Sex den ein Mensch in seinem Leben haben kann, ist und bleibt er wohl immer selbst verantwortlich. Wenn also ein Mensch im Pflegeheim grundsätzlich in der Lage ist Sex zu haben, dann ist er nach wie vor dafür zuständig, ihn sich auf die eine oder andere Art zu holen. Ich glaube nicht, dass er vom Pflegepersonal mit Gewalt daran gehindert wird sich z.B. einen runter zu holen(Hören Sie sofort auf zu onanieren Herr Müller!).

  13. Interessante Diskussion hier.
    Auch, wenn man das eine oder andere Thema sicherlich getrennt voneinander betrachten und angehen kann… was bleibt, ist das ursprünglichste (neben Essen, Trinken, Schlafen) Bedürfnis der Menschen. Und weshalb sollte genau DAS im Alter plötzlich aufhören, die anderen tun es ja auch nicht.

    Harti, ich glaube, wenn es darum ginge, dass das Pflegepersonal Sex für die Bewohner “beschaffen” soll, dann wären viele viele Diskussionen schon geführt und viele Tabus bereits gebrochen.

    So, wie in vielen Köpfen der Alten (ich schließe hier meine Mutter mit 70 ein, die bei Sexszenen im Fernsehen kopfschüttelnd umschaltet) noch – aus unserer heutigen Sicht – wirre, unaufgeklärte, selten reflektierte Denkweisen bestehen, so bestehen diese doch teilsweise auch bei den Jungen. Und das ganz sicher auch beim Pflegepersonal. Nämlich so was wie “Im Alter hat man keinen Bock mehr auf Sex”, “wenn er nicht mehr ins Puff gehen kann, dann braucht er auch keinen Sex mehr” u.v.m.

    Und ich glaube auch, dass die Alten, die sich das nehmen, was ihnen wichtig ist oder auch Frauen, die dann gemeinsam Händchen halten, eher mal Anfeindungen ihrer eigenen Generation vor Ort zu befürchten haben – nicht nur, weil es befremdliche Regelungen in den Heimen gibt.

    Ein schwieriger Punkt ist darüber hinaus, dass inzwischen – aufgrund der massiven Kosten – oft nur noch wirklich schwerst Pflegedürftige ins Heim kommen. Das ist aber noch mal ein ganz spezielles Thema. Und damit natürlich auch das von Harti angesprochene Thema der Betreuung im rechtlichen Sinne.

    Liebe Marthe, Dein wunderbares Gedicht habe ich im Zusammenhang mit der Rede zum 70. meiner Mutter vorgelesen (natürlich mit Urhebernennung) u. noch ein wenig drumherum erzählt. Spannend waren später am Abend die Kommentare der ausschließlich anwesenden “älteren” Damen.

    Sex im Alter und auch die Aufklärung im Alter dazu ist wichtig u. notwendig. Denn die Erfahrungen, die Erziehungen dieser Generation sind oft weit entfernt von schön, selbstbestimmt, erfüllend oder gar befriedigend.
    Und einen Teil dieser Perspektiven haben sie auch noch an die nächste Generation weitergegeben.

  14. Cybill,

    jetzt interessieren mich aber doch die Reaktionen der “älteren Damen” auf der Geburtstagsfeier…..?
    Nicht, dass ich demnächst mit dem Krückstock verdroschen werde, weil ich “solchen Schweinkram” erzähle!
    ;o)))

  15. Liebe Marthe, keine Sorge, die sind alle sehr weit weg ;)

    Viele haben in den Gesprächen bestätigt, dass Sex eben dann stattfand, wenn der Mann es wollte bzw. weil frau ein Kind wollte.
    Und dass es nur selten oder gar nicht darum ging, ob die Frau jetzt eben Lust darauf hat oder gar dabei welche empfindet.

    So gesehen, können wir uns freuen, dass es nun viel mehr Männer gibt, denen das auch wichtig ist … solange sie dadurch nicht zum “Supersoftie” mutieren ;)

  16. Je länger je mehr finde ich Sex ein wichtiges Erleben auch im Alter.
    Die Art ändert sich einfach mit dem älter werden. Sie wird feiner und raffinierter. So empfinde ich das. Es erschreckt mich wenn ich denke was in Alterheimen so läuft. Das ist in der Schweiz nichts anderes.

    Ich sterbe zu Hause das ist für mich entschieden, und habe Sex bis zum Schluss!:-)

    Es gibt natürlich auch da verschiedene Lebens – und Erlebensweisen.
    Es gibt Menschen die sich verabschieden vom Sex.

    Oft ist das auch aus den Erfahrungen die sie damit machen.

    So empfehle ich den Menschen mal einen Tantra Kurs zu machen, die offen sind dafür. Da habe ich den Eindruck lernt man wahren tiefen Sex. Den Sex der jedem Menschen gut tut, und es schade ist wenn er es nicht erleben kann.

    Ja und dann gibt es noch das “Erfolgeich zu Männern sprechen” alias “How to Talk to Men” was ich sowieso jeder Frau empfehlen kann. So lernt Frau ihre Wünsche so zu äussern dass sie gehört wird und die ganze Komunikation zwischen Mann und Frau, kann jeder Zeit Hocherotisch werden. Wer kann da noch Nein sagen zu Sex???

  17. Moin

    Ja – Sex im Alter – bei vielen ein sehr großes Tabuthema. Aber ein tolles und interessantes und faszinierendes Thema!

    Warum? Dürfen “ältere und alte ” Menschen hierbei keine Empfindungen mehr haben? Ist es im Alter verboten?
    Vielleicht weil man so oft sagt : In dem Alter macht das nicht mehr ? Oder geht es darum , was dann die anderen sagen ? Der alte geile Sack oder die alte Alte , die hat es wohl nötig ? Weil es in uns steckt – diese “Abneigung” – durch Erziehung?

    Ist es nicht eher so , das zwar der Körper abbaut – aber nicht die Gefühle und die Empfindungen?

    Sind nicht wir es , die dies alles zulassen?

    Was mich immer so fasziniert ( im negativen ) , das die Menschen sich dieser Ansicht oft kritiklos unterordnen .
    Egal um es sich um etwas stabilere Menschen oder eben um Ältere handelt – es wird ihnen die Sexualität einfach abgesprochen. Die tun so was nicht !

    BITTE , wo steht das ? Ist Sexualität nicht das Schönste was wir außer der Zeit besitzen???

    Ist es nicht egal , was man dabei anstellt – ob es sich um Blümchensex oder etwas mit Fetisch oder/und Bdsm handelt? Wenn zwei oder mehrere sich damit wohl fühlen ist es doch ok!
    Die Grenzen werden doch von uns selbst festgelegt! Nicht von den Anderen und deen Meinungen!?

    Also seid einfach geil und lebt das , was Ihr fühlt . ;)

    LG B.H.
    PS . Bin selbst einer dieser Alten ;)

  18. Nochmal: Lieber B.H.,

    Darf ich Dich zu dem “Sex-Night-Talk” am 28. Juli 2011 einladen: “Sex im Alter”?
    Du müsstest Dich nur bei/vor der Anmeldung bemerkbar machen, so dass ich Dich auf die Gästeliste setzten kann.
    Danke für Deine tollen Beiträge hier im Blog!

    Ann-M.

  19. Moin Ann-Marlene Henning ;)

    Bedanke mich für das Lob und gebe es zurück – so tolle und interessante Themen die hier behandelt werden – einfach und unkompliziert – Respekt und Kompliment .
    Leider ist die Resonance der “Angesprochenen” etwas schwach – ist aber keine Ausnahme – wohl doch noch ein “Tabu” Thema – auch in unseren “Aufgeklärten ” Zeit.

    Die Einladung ist notiert – ist ja aber noch etwas hin .. ich werde aber darauf achten , sie einzuhalten. Ich bedanke mich für die Einladung und das Interesse an meiner Ansicht .

    Weiters so und viel Spaß bei diesen Themen.

    LG B.H

  20. Ersteinmal ein riesen Kompliment an “doch-noch”, habe es heute erst entdeckt und kann nicht aufhören zu lesen/schauen; alles so interessant und doch wohltuend “sachlich” präsentiert – unglaublich bereichernd!!!!

    Sex, Nähe, Intimität im Altersheim: nach 10 Jahren als Pflegerin berührt es mich noch heute sehr und macht mich wütend , dass unser aller Grundbedürfniss (ob jung oder alt) nach menschlicher Nähe, Intimität und/oder Berührung so ausgegrenzt wird.

    Es wird vom Personal in die “Pfuiecke” gestellt, lächerlich gemacht und bestraft mit häßlichen Worten, wenn Menschen “dabei erwischt” werden.

    Das Personal wird in keiner Weise geschult und darauf vorbereitet, im Gegenteil: jedem wird eingebleut, dass dieses im Altenheim nichts zu suchen hat, ein Tabu ist.

    Es wäre ein Segen für ALLE, wenn hier Offenheit und Menschlichkeit einziehen würden – dass dies geschieht, diese Hoffnung gebe ich nicht auf.

    Macht weiter so, ich finde es einfach klasse. Danke.

  21. “Es wird vom Personal in die “Pfuiecke” gestellt, lächerlich gemacht und bestraft mit häßlichen Worten, wenn Menschen “dabei erwischt” werden.”

    Hallo Nimeo!
    Das kann doch aber nicht offizielle Behandlungsweise sein, denn das ist entwürdigend.

    “Das Personal wird in keiner Weise geschult und darauf vorbereitet, im Gegenteil: jedem wird eingebleut, dass dieses im Altenheim nichts zu suchen hat, ein Tabu ist.”

    Ich nehme an ihr seid nicht alle willenslose Befehlsempfänger. Womit wird diese Tabu also begründet. Wo wird dem Personal diese Haltung vorgeschrieben?

  22. Das ist ja gerade das Problem, dass es zu diesem Thema weder eine “offizielle Behandlungsweise” noch irgend ein/en Training, Seminar, Kurs oder ähnliches gibt. Noch nicht einmal den Hauch von Interesse, sich mit dem Thema offiziell zu beschäftigen.
    Der unausgesprochene (und leider auch manchmal ausgesprochene) Tenor lautet halt einfach nur: “irgend wie pfui” und das ist tatsächlich entwürdigend und finden täglich unzählbar oft statt!
    Genau deswegen haben wir diesen, so deutlichen und hoffentlich auch unmissverständlichen Beitrag veröffentlicht – wir wollen uns auch im Alter so viel und oft es geht in diesem Bereich betätigen und bestehen darauf, dass auch für die heutigen Alten sofort entsprechende Zustände geschaffen werden.

    Ob Befehlsempfänger (was wohl tatsächlich bei angestellten Pflegekräften oft der Fall sein dürfte) oder nicht,- zu einer ordentlichen Ausbildung gehört nun mal die Schulung des Auszubildenden in den relevanten Bereichen – aber Sex/Kuscheln/Nähe ist für die Verantwortlichen, einschließlich der Grau(sam)en Panther, eben nicht relevant.
    Da es für viele Menschen schon schwierig genug ist mit dem Thema Sex im eigenen, privaten Bereich entspannt umzugehen, ist es nicht anzunehmen, dass alle richtig reagieren wenn sie z.B. 80 jährige dabei “erwischen”. Alleine diese Formulierung zeigt schon das Problem.
    Darauf müssen Pflegekräfte sachlich wie psychologisch entsprechend vorbereitet werden.

    Wie Nimone schon sagt, besteht die Vorbereitung meist eher darin, zu klären, wie dieses im Altenheim am besten zu verhindern ist.
    Und, das finden wir ganz extrem “Pfui”.

  23. Wobei ich da schon aber noch anmerken möchte, dass durchaus ein Unterschied zwischen einer Vorgabe und der Art und Weise der Ausführung dieser Vorgabe bestehen sollte.

    Wenn Sex in einem Altersheim nicht erwünscht ist, dann muss man es noch lange nicht auf entwürdigende Weise bei den Bewohnern durchsetzen. Jeder hat ja wohl einen humanen Standpunkt, den man auch als “Befehlsempfänger” nicht unterschreiten muss.

  24. Entschuldigung Harti:

    Sie haben offensichtlich keinen Einblick in das Innenleben eines Altenheimes, sonst würden Sie nicht solche Kommentare hinterlassen.

    Vorgeschrieben wird nichts. ABER, für Offenheit – Menschenwürde achten – dafür bekam ich z.B. statt einer Befürderung einfach nur die Kündigung.

    Körperliche Zuneigung (Sex hatten die beiden noch nichteinmal) im Heim sei untragbar, hätte als Pflegekraft “sowas” verhindern müssen usw. usw..

    Von außen läßt sich immer so bequem (ver)urteilen.
    Befehlsempfänger sein – oder doch lieber ohne Arbeit – und später von sicher “im Sattel” sitzenden Menschen dann als Sozialschmarotzer bezeichnet zu werden?
    Wie hätten Sie es denn gerne? Oder leiten Sie zufällig ein menschenwürdiges Heim?

    Vielleicht arbeiten Sie mal als Praktikant oder ehrenamtlich in solch einem Haus, bekommen einen realen Einblick in diesen Teil des Lebens. Wenn Sie es dann schaffen, keine “Befehle” auszuführen, und länger als 1 Woche durchhalten – dann freue ich mich sehr, hier wieder von Ihnen zu lesen.

  25. Nimoe

    Ich habe noch nicht im Altersheim gearbeitet, deswegen versuche ich hier ja die dortigen Zustände zu erfragen. Mich interessiert eben auf wen genau hier geschimpft wird, denn hier scheint es zu haken.

    “Vorgeschrieben wird nichts. ABER, für Offenheit – Menschenwürde achten – dafür bekam ich z.B. statt einer Befürderung einfach nur die Kündigung.”

    Aber wir reden hier doch schon noch über professionelle Leistung im Sozialbereich oder?
    Wenn ich alte Menschen mit Respekt behandel und ihre Würde nicht angreife werde ich dort entlassen, aber wenn ich sie menschenunwürdig behandel werde ich befördert?
    Tut mir leid, aber das ist Nonsens und würde als Kündigungsgrund vor keinem Arbeitsgericht bestehen können.

    “Körperliche Zuneigung (Sex hatten die beiden noch nichteinmal) im Heim sei untragbar, hätte als Pflegekraft “sowas” verhindern müssen usw. usw..”

    Es ist nicht mein Punkt zu fordern, dass man sich gegen die Vorgaben des Arbeitgebers stellt. Mir ging es erstmal nur darum in welcher Form diese Vorgaben erfüllt werden. Wenn dies wie von Dir beschrieben in solcher Art und Weise geschieht,

    “Es wird vom Personal in die “Pfuiecke” gestellt, lächerlich gemacht und bestraft mit häßlichen Worten, wenn Menschen “dabei erwischt” werden.”

    dann ist es durchaus ein Mangel des Pflegepersonals!

    Ich kann mir eine gewisse Nachlässigkeit durch die tägliche Routinearbeit durchaus vorstellen und es verstehen, aber es geht hier doch um die Betreuung von Menschen. Der Beruf setzt hohes Verantwortungsbewusstsein vorraus, denn es werden Menschen unter Deine Obhut gestellt die sich selber nicht mehr versorgen können. Diese Menschen sind unsere Eltern oder bald vielleicht wir selber. Wenn wir nicht einmal von Menschen die im Sozialbereich arbeiten Courage erwarten können, von wem dann überhaupt noch?

  26. Ja, Harti,
    wir reden von “professionellen Leistungen im Sozialbereich” und eben dort sind all diese “Pfuis” nicht erwünscht, nicht prüfungsrelevant, oder, ….
    Auch Du solltest schon einmal mitbekommen haben, dass Kündigungen in allen Bereichen des Lebens nicht unbedingt auf dem wahren Grund basieren.
    Wer nicht spurt fliegt halt manchmal einfach raus – da gibt es viele Möglichkeiten wie z.B. Mobbing oder … es lässt sich halt fast immer ein Grund finden. Ich möchte in dem Zusammenhang mal die an Kündigung wegen des “Diebstahles” eines Getränkebons, nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit, erinnern.
    Auch der Pflegebereich dürfte hier keine Ausnahme machen.
    Zudem hat nicht jeder die Lust und den Mut vor das Arbeitsgericht zu ziehen oder eine Mediendebatte zu eröffnen.

    “… ein Mangel des Pflegepersonals!”
    Siehe meinen vorherigen Kommentar: Es gibt keine entsprechenden Ausbildungen oder Förderkurse und es ist halt generell nicht erwünscht. Selbst ein großer Teil der normalen Gesellschaft außerhalb der Pflege empfindet eher “Pfui” und denkt nicht an seinen eigenen Werdegang ins Altersheim.
    Da gibt es also einen katastrophalen gesellschaftlichen Konsens der dann zu entsprechenden Bemerkungen führen kann – wieder wie in allen Bereichen des Lebens (siehe z.B. Schwulenwitze, …).

    “Wenn wir nicht einmal von Menschen die im Sozialbereich arbeiten Courage erwarten können, von wem dann überhaupt noch?”
    Tja, warum sollten ausgerechnet Menschen im Pflegebereich, die zudem besonders schwer im zeitlichen, physischem und psychischem Stress sind, anders handeln als z.B. ein Bäcker oder Beamter? Das sind auch nur ganz normale Menschen, deren Aufgabe es ist zu pflegen und nicht den Kämpfer für Nähe und Orgasmen zu geben! Zudem teilt sicherlich auch die eine oder andere Pflegekraft diese allgemeine Pfui-Meinung und möchte gar nichts dagegen unternehmen.
    Man kann also kaum erwarten, dass diese sich erfolgreich gegen den Arbeitgeber, direkte Vorgesetzte und dazu noch große Teile der Gesellschaft durchsetzen können und/oder wollen. Ich finde es schon toll und mutig, wenn jemand aus dem Pflege Bereich überhaupt mal vorsichtig versucht da etwas zu bewirken.
    Also, die angesetzten moralischen Massstäbe sollten sich im normalen, menschlichen Bereich bewegen.

    Da bedarf es eher Verständnis, der Hilfe von außen und Aufklärung – eben genau das, was wir hier versuchen und auch weiter vorantreiben werden.
    Rufe doch bitte z.B. mal bei den Grauen Panthern an und fordere die auf was für Deine/unsere Zukunft in der Sache zu tun.
    Die haben bis dato kein Interesse und das ist ein echter Skandal!

  27. Felix,

    ich habe mir etwas länger überlegt ob ich Dir darauf überhaupt antworte, denn das was Du mir antwortest hat so wenig mit der Aussage meines Postings zu tun.

    Das sich niemand aus dem Pflegepersonal( oder auch sonst niemand) für die sexuelle Befriedigung der Heimbewohner einsetzen muss, dass habe ich im Verlauf dieses Threads schon mehrfach geäußert. Für Dich Felix hier noch ein dickes !!! Ich erwarte in einer Diskussion zumindest, dass die unmissverständlichen Ausführungen des Gegenüber nicht ins Absurde verdreht werden.

    Was Du sagst ist:
    Hilflose Menschen versorgen ist nichts anderes als Brötchen backen. Man darf sie also mit der Würde eines Brötchens betrachten.

    Außerdem:
    Wir sollten also Leute an unsere alte Menschen lassen, die nicht einmal couragiert genug sind sich für ihr eigenes Recht gerade zu machen. Und das nicht nur weil ihnen der Mut dazu fehlt, sondern weil sie auch eben keine Lust dazu haben.

    Hier unterscheiden sich unsere Meinungen ganz klar und das habe ich bereits eindeutig beschrieben.

  28. Moin

    Zu dieser Diskussion :

    Ich bin zwar im Pflegebreich nicht direkt involviert – habe aber als ” Aufpasser ” für das weibliche Pflegepersonal im Hausbereich in diesem Gewerbe gearbeitet , um diese Frauen vor Belästigung duch die Konkurrenz zu schützen .
    Dadurch ist mir geläufig , was dort größtenteils abläuft. Für
    sehr viele uneingeweihte undenkbare Dinge.

    Dann war ich war jahrelang während meiner weiteren beruflichenTätigkeit ( kein Pflegebereich ) im Betriebsrat – in Wirtschaftsausschüssen und als Vertrauensmann tätiig.

    Was ich dort erlebte , wie mit dem Personal umgegangen wurde – was von denen verlangt wurde … oft durch “gutes Zureden ” und was man auf
    Weiterbildungsmaßmahmen von Beteiligten anderer Berufsgruppen erfuhr …. und das,….. was manche mit Courage bezeichnen oder auf ihr Recht pochen wollen …. hat mit dieser Realität wohl wenig zu tun (?) .

    Wenn mit einem durch sehr präzises Erklären der eventuelle Rauswurf deutlich gemacht wird, fängt bei den meisten die Furcht vor der Zukunft zu regieren an .
    Dann gibt es keinen anderen mehr – da ist man sich selbst der Nächste.

    Ich trug jahrelang die Betriebsverfassung unter dem Arm , um mich gegen die Angriffe durch die Arbeitgeber verteidigen zu können – ein zermürbender Kampf – für normale Arbeitnehmer und nicht Ausgebildete einfach untragbar.

    In vielen Betriebstätten ist Funktionieren und Umsatz gefragt und keine Einsatz für Dinge , die Geld kosten!

    Die Pflegeheime und auch die anderen Betriebsstätten sind voll durchkalkuliert und auf maximalen Gewinn programmiert – dort ist zu allzu oft kein Platz mehr für Menschlichkeit oder Schicksale.

    Gruß B.H.

  29. Liebe Nimoe,

    Darf ich Sie einladen zu dem “Sex-Night-Talk” bei dem Thema “Sex im Alter”. Der Abend findet in Hamburg statt am
    28. Juli 2011 von 19.30 h – 22.00 h.
    Wenn Sie sich unter info@doch-noch.de per Mail kurz melden und mir mitteilen würden unter welchem Namen ich Sie in die Gästeliste eintragen darf, würde ich mich sehr freuen!

    Mehr zum “Sex-Night-Talk” (unter anderem “Sex im Alter”) unter: http://www.doch-noch.de/sex-night-talk12/

    Vielleicht bis dahin

    Ann-Marlene

  30. Hallo Harti,

    es ist für eine nicht betroffene Person von außen leider nicht nachvollziehbar, wie das Leben im Altenheim real aussieht.

    Wissen befreit – gegen Ihr Unwissen können Sie aber etwas unternehmen (dies meine ich nicht ironisch oder anderweitig negativ besetzt):

    ehrenamtlich helfen, dabei Ohren und Augen weit öffnen – das “Grauen” bekommt dann ein sehr deutliches Gesicht!

    Sex im Altenheim – hier geht es ja (so verstehe ich es zumindest) nicht vordergründig und in erster Linie um “den Akt” und die “wilde Gymnastik” , sondern um weitaus mehr, z.B. um zärtlichen Umgang miteinander, die liebevolle Berührung, innige Umarmung, tiefergehende Vertrautheit , Raum/Möglichkeit sich unbeobachtet zu begegnen usw. usw………..

    Es gibt einen tollen Film zum Thema Liebe / Sex im ALTER: Wolke 7 – wirklich einen Kinoabend wert!

    Alle Seiten – Pflegepersonal , Angehörige und Bewohner – stehen dem Thema schamvoll, rat- und hilfslos gegenüber. Hier gibt es wirklich noch soviel zu tun.

    Denn es darf nicht sein, dass ein Mensch seine Sehnsucht, seine Lust – die er noch empfindet – nicht mehr ausleben darf, weil er alt, krank und/oder gebrechlich geworden ist.
    ALLE Beteiligten sind aufgerufen, menschenwürdige Rahmenbedingungen zu schaffen – weil : auch wir werden nicht jünger!!!
    Und ich möchte mein “Frausein” später nicht an der Garderobe mit abgeben müssen und zum “Neutrum” mutieren.

    LG
    Nimoe

  31. Liebe Ann-Marlene.

    vielen Dank !! – habe Ihnen per Mail schon geantwortet.

    LG
    Nimoe

  32. “Wissen befreit – gegen Ihr Unwissen können Sie aber etwas unternehmen (dies meine ich nicht ironisch oder anderweitig negativ besetzt):”

    Nun, auf mich wirkt es arrogant und überheblich. Macht aber nichts, denn jeder sucht nach einer Rechtfertigung seiner Fehlleistungen.

  33. “Was ich dort erlebte , wie mit dem Personal umgegangen wurde – was von denen verlangt wurde … oft durch “gutes Zureden ” und was man auf
    Weiterbildungsmaßmahmen von Beteiligten anderer Berufsgruppen erfuhr …. und das,….. was manche mit Courage bezeichnen oder auf ihr Recht pochen wollen …. hat mit dieser Realität wohl wenig zu tun (?) .

    Wenn mit einem durch sehr präzises Erklären der eventuelle Rauswurf deutlich gemacht wird, fängt bei den meisten die Furcht vor der Zukunft zu regieren an .
    Dann gibt es keinen anderen mehr – da ist man sich selbst der Nächste.”

    Das ist ganz einfach traurig, wenn jede kleine Nötigkeit des Einsatzes der persönlichen Courage bereits vor dem Recht vermieden werden soll. Klartext hier: Ich mache jeden ungerechten Scheiss mit, wenn er nur meine eigene Haut verschont. Leute ehrlich, ihr habt nur eine goße Klappe und versteckt euch hinter vorgeschobenenm Pseudo Insider-Wissen, um von eigener Schräglage des Rechtsbewusstseins abzulenken und humanen, demokratischen Verpflichtungen zu entfliehen.

  34. “Leute ehrlich, ihr habt nur eine goße Klappe und versteckt euch hinter vorgeschobenenm Pseudo Insider-Wissen, um von eigener Schräglage des Rechtsbewusstseins abzulenken und humanen, demokratischen Verpflichtungen zu entfliehen.”

    Also Harti, ehrlich, Du greifst hier ausgerechnet die Menschen an, die sich als einzige gegen diese Missstände zu wehren versuchen!- Wenn ich Dich richtig verstanden habe.
    Die Thematik “Zivilcourage” in diesem Zusammenhang ist ein gesellschaftliches Problem und ich gehe mal davon aus, dass so um die 90-99% aller Menschen ihren Job nicht riskieren würden um Omas und Opas den Austausch von Zärtlichkeiten zu ermöglichen.
    Zitat von B.H.: “Ich trug jahrelang die Betriebsverfassung unter dem Arm , um mich gegen die Angriffe durch die Arbeitgeber verteidigen zu können – ein zermürbender Kampf – für normale Arbeitnehmer und nicht Ausgebildete einfach untragbar.”
    Also, B.H. scheint eher nicht zu den, von Dir gemeinten Personen zu gehören.

    Wieso Pseudo-Insider -Wissen? Sind damit B.H. und wir von Doch-Noch gemeint?
    B.H. hat es doch super genau erklärt, weshalb, warum und in welchem Kontext sie sich dazu äußern kann – das hat mit “Pseudo” nichts zu tun. Was uns von Doch-Noch angeht, verwehren wir uns auch gegen solche Vorwürfe.
    Wir recherchieren sehr genau und/oder befragen entsprechende Spezialisten.
    Und was soll das mit der “eigenen Schräglage des Rechtsbewusstseins”?
    Wir gehören zu den wenigen, die gegen eben solche Schräglagen kämpfen und sich dabei sogar recht weit aus dem Fenster lehnen!
    B.H. und Doch-Noch versuchen also genau das Gegenteil von Deinem Vorwurf.

    Mag sein, dass ich Dich erneut falsch verstanden habe aber wie soll man das sonst verstehen?

  35. Also, für mich klingt das eher als ein netter, freundlich pieksender Hinweis und die Aufforderung sich zu informieren, bevor man sich in Deiner Art äußert.
    Was für Fehlleistungen von B.H.?
    “Ich trug jahrelang die Betriebsverfassung unter dem Arm , um mich gegen die Angriffe durch die Arbeitgeber verteidigen zu können – ein zermürbender Kampf – für normale Arbeitnehmer und nicht Ausgebildete einfach untragbar.”

    Irgend wie ist es für mich meist schwierig, dem Sinn Deiner Worte zu folgen.

  36. Felix, du sprichst mir aus der Seele!!!!
    B.H. Hut ab vor deiner Courage!!!!

    Und Harti – bei dir bleib ich kommentarlos. Scheint leider alles nicht auf fruchtbaren Boden zu fallen, sondern eher in die Sahara.

  37. Moin

    Erstmal möchte ich mich bei denen bedanken, die mir hier so viel Zuspruch geben. Aber es gibt viele, die selbige oder bessere Tätigkeit vollbringen oder vollbracht haben.

    Zitat: “Das ist ganz einfach traurig, wenn jede kleine Nötigkeit des Einsatzes der persönlichen Courage bereits vor dem Recht vermieden werden soll. Klartext hier: Ich mache jeden ungerechten Scheiss mit, wenn er nur meine eigene Haut verschont. Leute ehrlich, ihr habt nur eine goße Klappe und versteckt euch hinter vorgeschobenenm Pseudo Insider-Wissen, um von eigener Schräglage des Rechtsbewusstseins abzulenken und humanen, demokratischen Verpflichtungen zu entfliehen.”

    Jede kleine Nötigung? Demokratischen Verpflichtungen? … ungerechten Scheiß – große Klappe ….. große Worte .. aber eben nur Worte (?).

    Pseudo Wissen – es ist jedem möglich , sein ( besser ) Wissen mitzuteilen .. auch denen – nein, gerade denen, die Kritisieren.

    Schräglage des Rechtsbewustseins – ja – stimmt. Gewaltig sogar.
    Vorschläge dies zu ändern?

    Entfliehen … vor was bitte?

    Ich stelle mich jeder Kritik – bin der Meinung, kein dogmatisches Denken zu haben – aber nur in konstruktiver Form – destruktive Worte und ebensolches Handeln führt zu sehr wenig Erfolg.

    Mich würde echt interessieren, ob die, die hier Kritik üben – was ja durchaus ihr Recht ist – auch bereit wären, bei dem Handeln ( wie sie es scheinbar vertreten ) gegen die angeprangerten Dinge auch ihre persönliche Sicherheit wie – Arbeitsplatz und Lebensituation aufs Spiel zu setzen?

    Demokratischen Verpflichtungen – wenn man die Vollumsetzen würde – was würde dies im Kontex heißen ?

    Wissen die, die Kritisieren, was dieses Umsetzen der von ihnen ( teils durch zu Recht angeprangerten Dinge ) überhaupt bedeutet?
    Was würde letzt endlich daraus resultieren?

    B.H.

  38. Gut, diese Diskussion verläuft im Sande. Es kommt immer wieder auf das Bewusstsein des Einzelnen an. Ich kann von mir sagen das ich Ungerechtigkeiten bekämpft habe wo immer es ging.

    Es gibt leider zu viele Menschen die den Arsch nicht zusammenkneifen können um sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Da werden dann lieber große Sprüche geschwungen statt der moralischen Verpflichtung nachzukommen.

    Wo sehen wir denn hier die Gegenwehr ob der bejammerten Mißstände? Ich jedenfalls sehe nur Menschen argumentieren, die es noch nicht einmal schaffen ihren eigenen Beitrag zum Mißstand zu erkennen und deswegen lieber tatenlos bleiben.

    Es ist ganz klar, wenn wir Menschen dieser Güte unseren Eltern im Alter zur Seite stellen, dann haben sie bereits verloren und werden in unwürdigen Verhältnissen leben. Ich glaube genau hier liegt das Hauptproblem. Die Verwaltungen der Altersheime versuchen halt ihr Glück mit inhumanen Vorgaben,. Die Vollstreckung dieser Vorgaben haben dann aber die Menschen darunter zu verantworten, denn sie lassen es zu, lediglich aus bekackter Angst um ihre eigene kleine Sicherheit der nächsten Lohnüberweisung.

  39. Sex im Altersheim? Meine Güte, wo habt Ihr denn recherchiert? Ich arbeite seit Jahren für drei Altersheime im Rottal und es ist ein Liebesdienst, nur mit ein wenig veränderten Vorzeichen. Wer kein Problem hat mit der Berührung eines ‘alten’, ich sage stets reifen Körpers, der kann sich sehr schnell auf die Damenwelt dieses Alters einstellen.
    Ich habe inzwischen einen festen Kundenstamm. Meine Damen sind zwischen 68 und 85 Jahre. Allesamt relativ fit, SEHR gepflegt und extrem einfühlsam. Wir mögen uns, lieben uns allerdings nicht, um diese Frage sogleich zu beantworten. Und es ist für beide Seiten stets ein Genuss, denn das Alter verlangsamt zwar die Ausführung der Techniken (Stellungen) deutlich, auch wird deutlich sanfter zu Werke gegangen, aber die Erfüllung ist gegeben. Libido im Alter kein Thema? Dass ich nicht lache! Meine Damen sind sehr am Sex interessiert und ‘bereiten sich vor’, wenn ich zu Besuch komme.
    Auch das ist klar: Diese Leistung, dieser Dienst am Körper, kostet Geld und wird auch anstandslos so akzeptiert.

    Was ist daran verwerflich?

    Nichts.

  40. Hallo Jakob,
    schön zu hören, dass es scheinbar für den/die eine/n oder andere/n Rentner/in auch anders gehen kann.
    Allerdings ganz offensichtlich gegen Bezahlung, was sich wohl eher wenige Rentner im Alters- und Pflegeheim leisten können und noch sehr viele mehr auch gar nicht wollen!
    Zudem dürften viele Heime darüber nur bedingt bis gar nicht erfreut sein – dazu können wir allerdings wenig sagen, da wir in Hinsicht dieser Art “Dienst am Körper” nicht recherchiert haben.
    Ich verstehe allerdings nicht wieso Du schreibst “Libido im Alter kein Thema? …” – Das die Libido im Alter sogar ein riesen Thema ist, ist der Grund für diesen Beitrag!
    Wo und wie wir recherchiert haben, kann man ansonsten ja im Beitrag hören und darunter lesen.
    Sagen wir mal so:
    Das man es mit entsprechender Bezahlung leichter hat, wenn man das dann tatsächlich möchte, wundert wohl niemanden. Das scheint mir in allen Bereichen des Lebens so zu sein – von Kindheit an – nur hat das mit diesem Beitrag rein gar nichts zu tun.
    Wir finden gewerblichen Sex auch nicht zwingend verwerflich, aber scheinbar empfinden das große Teile der Bevölkerung komplett anders. Deshalb gibt es ja in den meisten Gebieten extra, und möglichst separierte “Gewerbegebiete” für diese Art Dienstleistung.
    Aber, “Prostitution im Pflegeheim” scheint ein durchaus interessantes Thema zu sein. Vielleicht machen wir mal einen Beitrag darüber, wenn wir Kunden und Anbieter finden, die darüber frei berichten können und wollen. Vielleicht ja Du, Jakob und ein paar Kundinen von Dir?

  41. Hallo . Ich habe eure Texte mit viel intresse gelesen Liebe im Alter ist doch was wunderbaren. Ihr behandelt aber nur das Thema wenn alt mit alt . Aber es kann doch mal Passieren das sich eine Pflegekraft in einen Bewohnen verliebt was ist dann und anders rum ebenfall. Mal angenommen das sowas vorkommt was würde da passieren und wie würden die Menschen im Umfeld reagieren.
    Liebe ist doch nicht vom Alter abhängig sondern von Gefühlen und Zuneigung.

  42. Hallo. Ich glaube in unserer stark arbeitsteiligen Welt in der das Profitstreben
    alle Bereiche untergräbt, wird das immer schwieriger.
    Und ich fürchte auch, das Altersheim sowieso ein Thema ist, das in Zukunft,
    wenn unsere Wirtschaftssysteme so weiter betrieben werden, nicht mehr zukunftsfähig ist.
    In anderen Ländern geht man anders damit um.
    Vielleicht ist der Weg Altersheim nicht der Beste?
    Aber davon abgesehen ist es richtig, es sollte möglich sein, weiter
    Zärtlichkeit und Sexualität erleben zu können.
    Ich würde mir das auch wünschen, wäre das meine Realität.
    Liebe unter Bewohner und Pflegekraft ist so eine Sache..
    Das ist ja häufiger auch in anderen Jobs ein Problem..
    Da geht es wieder um viele schwierige Begleitfragen, die man aus Kostengründen einfach ausklammern will.
    Vielleicht könnte aber ein Paradigmenwechsel auch helfen, dadurch das
    die Älteren Menschen dadurch wieder mehr Kraft haben und sich auch gegenseitig helfen.
    Das würde die Situatiion insgesamt entspannen.

  43. Sexualiät im Alter ist Jahren Inhalt der Rahmenrichtlinien in der Alterpflege. Lernfeld 2.1. Somit ist die Aussage, es ist nicht prüfungsrelevant falsch!

  44. Tja, wenn es denn wirklich so ist, sollte man dieses den Pflegeheimen und Krankenhäusern mitteilen.
    Die scheinen das komplett anders zu sehen – wird wohl einfach nie geprüft und scheint somit nicht prüfungsrelevant zu sein. Es hat auch bisher schlicht niemand aus den genannten Organisationen auf diesen Beitrag und diese Behauptung reagiert, obwohl viele informiert wurden.
    So oder so, meine Eltern sind auch im Pflegeheim und wenn es dort ein Thema gibt, was es nicht gibt, dann ist das Sex im Alter.
    Kommt halt einfach nicht vor!

  45. Senioren haben ein Recht auf erotische Dienstleistungen.
    Meine Erfahrungen nach, ist das Interesse nach Sex im Alter bei weit über 50 Prozent. Als Kursleiter einer Seniorengymnastikgruppe, sieht man durchaus, wie aktiv ,, die alten noch sind….Es ist sicher nichts für jeden, aber würde sofort erotische Dienstleistungen für die rüstigen Damen anbieten. Allerdings sollte es auch ehrenamtlich die Möglichkeit geben, diese Dienste anzubieten.
    Schade, das dies den Rentnerinnen verwehrt blieb, obwohl es andersrum für die Herrn diese Dienstleistung gibt, oder!

  46. Hallo Ann-Marlene,
    leider hab ich heute erst die Information bekommen das Sie(Du) eine Website betreibst und auch gleich den ganzen Abend bei Dir verbracht habe.
    Dieser Beitrag entsetzt mich und hat eine heftige Discusion bei uns in der Partnerschaft ausgelöst.
    Meine Frau ist examinierte Altenpflegerin und hat viele Jahre im Johannisstift in Berlin gearbeitet, sie hat mir Zustände geschildert wie die armen Menschen da auf das menschlichste Bedürfnis der Welt verzichten müssen und es diebezüglich handfeste Auseinandersetzungen gegeben hat.
    Diese Zustände hat auch teilweise der MDK mit zu verantworten, genau aus diesem Grund werden die auf diesem Ohr auch nichts hören wollen.
    Bitte kämpft weiter um dieses Menschenrecht. Ruft doch dazu auf politischer Ebene eine Netz-Pedition ins Leben. Ihr seit so präsent das Ihr jetzt schon sehr viele Menschen erreichen könnt. Zwingt die Leute von den zuständigen Behörden und Dienststellen meinetwegen Krankenkassen sich mit den Betroffenen oder deren Vertreter an den runden Tisch, zwingt sie dazu.

  47. Hallo, mein Vater, leider an Demenz gestorben, hatte in seiner schwersten zeit noch immer ein Bedürfnis nach Nähe, Zärtlichkeit, nicht unbedingt meiner Mutter gegenüber, aber gegenüber den jungen Pflegerinnen. Er berührte sie und gab des öfteren sehr originelle Kommentare dazu ab.

    Nun ist meiner Mutter seit knapp 2 Jahren Witwe und hat sich in einen Freund der Familie, auch Witwer, verliebt. Sie ist 80, er 77. Im ersten Moment, wie wir hörten, dass er mit der CD „Bolero“ von Ravel bei ihr im Pensionistenapartement übernachtet hatte, waren wir etwas verblüfft, unserer doch noch sehr konservative Mutter hat mit 80 noch Sex?! mittlerweile verbringt sie jedes Wochenende bei ihm, er bezeichnet sie als „sein Feuer“
    Einen solchen Lebensabend erleben zu dürfen ist ein Geschenk! Wir freuen uns sehr mit ihr.

    Ich selbst werde 52 und merke in letzter Zeit, wie schön Sex in diesem Alter sein kann, mein Mann und ich geniessen diese Zeit viel bewusster, das Buch „Make more Love“ hat mir dabei sehr geholfen.

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