Die Liebenden von Vitlycke

Als ich damals anfing, mir Gedanken über ein Symbol zu machen, das für meine Arbeit stehen könnte, hätte ich nie gedacht, dass mich meine Suche bis in die Bronzezeit führen würde.

Zufälle gibt es nicht, oder doch?

Natürlich sollte und musste mein Markenzeichen etwas mit Sexualität zu tun haben. Ästhetisch ansprechend sollte es auch sein, auf gar keinen Fall platt oder abgedroschen. Die Sache gestaltete sich also gar nicht so einfach, wie zunächst angenommen – bis ein Freund von mir auf einer Reise durch Südschweden beinahe buchstäblich über das „Brautpaar von Vitlycke“ fiel. Zwischen einer ganzen Reihe von  etwa 3000 Jahre alten Felsritzungen in der Gegend bei Tanum stieß er auf das Liebespaar und dachte zum Glück sofort an mich. Und das Bild war genau, was ich mir vorgestellt hatte.

Eheschließung oder in flagranti ertappt?

[pullquote align=“right“]Ein körperlich und geistig tief verbundenes Paar: Verbunden durch mächtige Gefühle füreinander und die innere Haltung zueinander.[/pullquote]Der Mann trägt ein Schwert an seiner Seite und hat einen deutlichen Phallus, Symbole für Status und Männlichkeit. Auf diesem Bild scheinen Schwert und Penis sogar in einander überzugehen, was für mich auch inhaltlich schlüssig ist – beides nutzt der Mann, um zu stoßen und seine Männlichkeit sowie seine Stärke zu demonstrieren. Die Frau erkennt man an wenig mehr als ihrem Pferdeschwanz.

Das Paar ist einander zugewandt, sie scheinen sich zu küssen und der Penis des Mannes zeigt in Richtung der Vagina der Frau. Das rechte Bein des Mannes und das linke Bein der Frau scheinen unterhalb des Knies mit einer Art Fessel verbunden zu sein. Ein Detail, das eine lustige Theorie stützen könnte: die Ausprägungen der Unterschenkel sollen in der Bronzezeit eine Art Schönheitsideal gewesen sein.

Was auf diesem Bild nicht mehr zu sehen ist: seitlich neben dem Paar steht ein Mann, der eine große Axt – oder einen Hammer – über das Paar hält. Dieser Mann wird zumeist als Priester gedeutet, der die Verbindung des Paares segnet. Man geht davon aus, dass es sich hier um die Darstellung einer „heiligen Hochzeit“ handelt. Einer ganz anderen Interpretation folgend, handelt es sich bei dem Mann mit dem Hammer – und einem ebenfalls deutlich erigierten Penis – um einen gehörnten Ehemann, der mit seiner Waffe weniger segnen als viel mehr schlagen möchte.

Heute auch – und doch noch – möglich

Mir gefällt die simple Art und Weise mit der die Felsritzung die körperliche aber auch geistige Verbundenheit eines Paares zeigt. Dieses zeitlose Gefühl der Verbundenheit mit sich selbst, dem eigenen Körper und dem Partner möchte ich meinen Klienten (wieder) vermitteln – ganz gleichgültig, was Sie einzeln oder als Paar erlebt haben: es geht Doch Noch.



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