Untreue und Fremdgehen – Und wie geht’s danach weiter?


Posted on April 28th, by Felix in Best of, Der Tägliche Umgang, Doch Noch TV. 19 comments

Der Frühling ist da, und damit auch die Frühlingsgefühle. Toll!

Aber, was passiert, wenn diese Gefühle mit jemand anderem ausgelebt werden als mit dem Partner? Wie kann es überhaupt dazu kommen und was macht man dann? Wo beginnt Untreue eigentlich genau?

Ann-Marlene geht der Sache heute auf den Grund.





19 thoughts on “Untreue und Fremdgehen – Und wie geht’s danach weiter?

  1. Moin

    Untreue – Fremdgehen .. gibt es nicht viele Arten davon? Sind beide das selbe?

    Routine – sprachloses nebeneinander her leben – Vertrauensverlust – nicht verstandene Wünsche – unerfüllte Hoffnungen … sind nur einige der Dinge , die wohl dazu beitragen ?

    Wer hat nun Schuld beim Fremdgehen ? Derjenige , der es macht oder auch derjenige , der es dazu kommen ließ?

    Im Bdsm – Bereich spricht man beim ” Fremdgehen ” von Spielpartnern – meist dann , wenn einer von beiden die Vorliebe des anderen nicht mitträgt – tragen kann – dann sucht sich der , dessen Vorlieben auf der Strecke bleiben würden , einen Spielpartner – mit dem er alles auslebt – ausleben kann.

    Ist es im “normalen ” Sex leben nicht ähnlich gelagert? Einer möchte etwas verändern – ausprobieren – Grenzen verschieben .. der andere möchte dies nicht – es langt ihm das, was immer so gemacht wurde?

    Dann kommt es hier meist zum Dilemma – wie erreicht man einen tragbaren Kompromiss?

    Aber es gibt ja auch das andere Untreu/Fremdgehen – zb. eine Party oder Urlaub .. man trifft einen anderen – ist momentan fasziniert von diesem Menschen .. naja – es passiert … ?

    Untreu / Fremdgehen – ist wohl nie Schuld des einzelnen in einer Partnerschaft .. einer ist Fremd gegangen … ja, schon – aber hat der andere dies unter Umständen nicht herausgefordert – gefördert?

    Liegt es nicht auch etwas am NICHT mehr zuhören – nicht mehr hinhören – sich dem anderem sooo sicher sein ? An einer Art Gleichgültigkeit dem anderen gegenüber – oder am Ego des einzelnen?

    Gruß B.H.

  2. Zum Fremdgehen allgemein:
    Für mich fängt der Betrug eigentlich immer im Kopf an und muss nicht zwingend etwas mit körperlicher Untreue zu tun haben.

    Es reicht, wenn man sich nicht traut, seinem Partner mitzuteilen, dass man sich in der Beziehung nicht mehr wohl fühlt, wenn einem etwas fehlt.
    Noch schlimmer wird es, wenn eine andere Person diese Vertrauensfunktion einnimmt, der Partner sich mit der Person über seine PBeziehungsprobleme austauscht.

    Ich finde, es ist eine Frage von Liebe und gegenseitigen Achtung, dass man sich immer wieder um einander bemüht.
    Wenn man tatsächlich “aus Versehen” mal vom Wege abkommt, würde ich es gerne von meinem Partner hören und nicht irgendwann vielleicht von einer dritten Person.
    Ich denke, eine funktionierende Partnerschaft kann einen “Ausrutscher” vertragen. Es ist für mich auch ein Vertrauensbeweis, wenn der Partner sich traut, zu “gestehen” und man gemeinsam Ursachenforschung betreiben kann.
    Allerdings nicht, wenn Fremdgehen zur Gewohnheit wird.

    Im schlimmsten Fall haben wir festgestellt, dass die Liebe nicht mehr für ein gemeinsames Leben reicht. Für eine Freundschaft nach angemessener Trauerarbeit war noch genug Substanz vorhanden.
    **********************************************************************

    Zum Kommentar von B.H.,
    Mit dem Kommentar habe ich ein Problem. Warum? Weil für mich Untreue eben nicht nur Sex ist.
    Eine Partnerschaft sollte außer der sexuellen Anziehungskraft eine Basis haben, die aus verschiedenen Komponenten bestehet, z. B. Liebe, gemeinsame Interessen, ein ähnliches Weltbild und vor allem Vertrauen und den Wunsch, sein Leben mit jemandem teilen zu wollen.
    Sich jemandem “hinzugeben” bedeutet auch, ihm sich wehrlos auszuliefern und ist mehr, als ein “Spiel”.
    .
    Wenn man sehr jung zusammen gefunden hat, verstehe ich, dass man sich sehr unterschiedlich entwickeln kann – auch seine sexuelle Vorlieben.

    Aber wenn man bereits um seine sexuellen Vorlieben weiß, sollte man sich auch einen Partner suchen, der diese Vorlieben teilt und nicht darauf hoffen, dass man ihn entsprechend “erziehen” kann.
    Wenn man ihn dafür bestraft, dass er in dieser Hinsicht nicht ausreichend funktioniert, ist das der eigentliche Betrug für mich.
    Eine Entschuldigung für’s Fremdgehen kann diese Dissonanz jedenfalls nicht sein.
    Dann sollte man ehrlich sagen, was los ist, und es seinem Partner überlassen, ob er so mit einem leben will – oder lieber nicht mehr.
    Die Gefahr, dass man beim Rumflattern woanders Feuer fängt und die Partnerschaft auf der Strecke bleibt, ist groß.

  3. Moin

    @ marthe

    Du hast ja Rechrt mit deiner Antwort … ” Betrug ” fängt meist im Kopf an – wie so vieles(?).

    Sich dem Partner mitteilen … was aber, wenn der/die es nicht hören möchte?

    Sich nicht trauen – ist oft so ein Problem … was ist , wenn man weiß, das man dadurch den anderen verletzt? Ihn /sie dadurch sehr kränkt – weil die Denkweise anders ist? Die Wahrheit tut oft sehr weh .. und dann – wessen Wahrheit ? Jede/r hat doch aus seiner /ihrer Sicht Recht ?

    Dieses sich ” Hingeben ” … das ist etwas , was sehr großen Respekt – Vertrauen und Verantwortung erfordert – von beiden. Ohne diese Aspekte – kann man da überhaupt zusammen leben?
    Ist dieser Repekt – diese Achtung nicht auch dadurch erbracht , das man den/die Partner/in trotzdem so akzeptiert – auch wenn einer einen Weg gehen möchte und es dann doch nicht macht – er/sie verzichtet … so weh dies auch tut?

    Bei sexuellen Vorlieben sich den entsprechende/n Partner/in suchen – ja , völlig einer Meinung ……. nur wennn der /die eine am Anfang das Gefühl vermittelt , es mittragen zu können/wollen und zum “späteren” Zeitpunkt es sich “anders” überlegt .. dann entsteht eine doch etwas “merkwürdige” Situation(?).

    Wie siehst Du es bei den Menschen , die Ihre “tatsächlichen” Gefühle und Empfindungen erst sehr viel später entdecken? Wärend der Partnerschaft.
    Einige wissen lange Zeit nur , es fehlt ihnen etwas – aber nicht was .. sie “suchen”.

    Erst durch Kontakt mit diesen Dingen geht ihnen ein “Licht ” auf und sie versuchen nun alles zu erforschen. Dadurch wird eine völlig andere Welt endeckt – die seehr viele Fragen aufwirft und auch Hilflosigkeit und Angst mit sich bringt.

    Untreue und Fremdgehen – ich sehe da Zwei Komponente , die beide doch zusammne spielen(?).

    Wie Du schon sagst – Untreue fängt im Kopf an … aber warum? Was ist da der Auslöser?
    Fremdgehen ist zb. der berühmte Seitensprung eines Partners – aber auch hier – warum – wodurch?
    Wie kommt ein Mensch dazu , sich etwas zu dort nehmen/holen , wo doch beim Partner alles zu bekommen ist ? Aber ist es das wirklich?
    Oder haben sich beide von einander weg entwickelt , ohne dies zu bemerken?

    Für mich ist es zu oft die Sprachlosigkeit in der Partnerschaft – man hat sich nur noch wenig zu sagen – obwohl man sich noch sehr mag .. ein kuriosum?

    Dies sind ja nur einige wenige Aspekte, die zur Untreue und zum Fremdgehen beitagen können .. es werden noch sehr viele da sein – jede/r sieht es aus seinem /ihrem Blickwinkel … und daraus hat ja jede/r Recht (?).

    Lebensphilosophie oder im Grunde ein Dilemma?

    Gruß B.H.

  4. ganz schönes WischiWaschi .. haha

    Ich finde Partnerschaft ist mehr als nur Sexualität. Ein Partner kann auch schon fremdgegangen sein wenn er gefühlsmäßig nicht mehr bei mir ist.

    Jetzt merke ich aber gerade – es ist völlig lachs darüber zu plaudern, jeder Mensch muss für sich mit seinem Partner evtl Grenzen definieren wenn eine Notwendigkeit besteht.
    Wenn ich wirklich Intimität und Nähe mit meiner Partnerin lebe, dann stellt sich die Frage gar nicht.
    Und über irgendwelche Eventualitäten zu reden macht überhaupt keinen Sinn, außer der Philosophiererei… es ist sinnlos, es hat keinen wirklichen Inhalt noch einen Zweck … man kann nirgendwo ankommen. Natürlich gibt es Ursachen. Das muss wohl jedes Paar für sich ergründen. Und ich persönlich bin immer für Authenzität. Und wenn ich eine heiße Frau sehe will ich u.U. mit ihr ficken. Unabhängig davon ob ich in einer Partnerschaft bin oder nicht. Wenn ich meine Frau attraktiv finden soll da muss ich Frauen allgemein attraktiv finden können. Der Aspekt das andere Menschen für einen nicht mehr attraktiv sein sollen wenn man in einer Partnerschaft ist finde ich schrecklich und ist auch eine Lüge, hat was mit Kontrolle und weniger Liebe zu tun.

    Ich bin daher einfach nur für Authenzität .. man soll ehrlich sein. Dann kann man auch eine erfüllende Partnerschaft leben. Vllt nicht mit der Person mit der man aktuell zusammen ist, weil .. sie nicht bereit ist für diese Art zu sein.. aber dann kommt man der Partnerschaft die zu einem passt einfach näher.

    Und nur so geht es … und es ist absolut notwendig.. wenn man lieben will.. bei der Selbstliebe anzufangen. Und das tue ich nur wenn ich zu mir stehe.. mich auch zeige.. wie ich bin. Ob der andere mich mag oder nicht ist egal – die Liebe kommt aus mir heraus, die gibt mir niemand anderes.

    Und das ist an dem Beitrag interessant, die Lust Sexualität zu leben ist da.. und die Angst vor der Auseinandersetzung auch. ..hmm… verfickte Scheisse. Echt jetzt mal. Also > auf das Vorbild sein. …& .. auf das Leben

  5. Nur mal als Ergänzung nach den beiden letzten Kommentaren.
    Kein Mensch hat ein zweites Leben in der Tasche.
    Es wäre deshalb schön, wenn man sich selber erst einmal klar darüber wird, was man von einer Partnerschaft eigentlich erwartet???
    Nur sexuelle Anziehungskraft als Basis einer Beziehung führt zwangsläufig zur Sprachlosigkeit – spätestens wenn die Flammen nicht mehr lodern.
    Eine gute Beziehung ist Arbeit; Vertrauen, Nähe und Wärme und gegenseitiges Verständnis für einen langen Bestand unabdingbar.

    Allerdings aus einem Strohfeuer eine dauernd wärmende Glut zu erzeugen ist unmöglich.

    Sich dann damit zufrieden zu geben, dass man sich ja mag, sich aber nichts mehr zu sagen hat und die Beziehung offenbar unrettbar langweilig ist, wäre mir zu wenig.
    Außerdem wird es irgendwann für beide Seiten zur Lebenslüge und führt evtl. zur Katastrophe.

    Jeder sollte m. E. über die Befindlichkeit seines Partners im Bilde sein, damit er sich entscheiden kann, welches Leben er führen will.
    Lügerei, Schuldgefühle, verdrängte Bedürfnisse oder gar Mitleid tragen gewiss nicht zu einer guten Partnerschaft bei.
    Dann lieber alleine, als gemeinsam einsam!

    Genau das ist oft der Punkt. Zunächst einmal sollte man mit sich selbst klarkommen, sich mögen. Dann hat man auch etwas anzubieten. Der Partner sollte nicht dazu missbraucht werden, Defizite zu füllen.

    Das Thema Untreue und die dazu gehörenden Ausreden sind sicher so alt wie die Welt. Und solange Verliebtheit und damit verbundene Geilheit mit Liebe verwechselt wird, wird wohl noch lange darüber diskutiert werden.

    Zum Schluss ein schlauer Spruch von mir:
    Glücklich werden
    Man kann glücklich sein und glücklich machen.
    Glück kommt aus einem selbst.
    Wer erWARTET, dass ANDERE ihn glücklich MACHEN, hat sie schon überFORDERT! ©mf

    Und hier noch ein schlauer Sruch zum Thema Untreue von Honoré de Balzac:

    “Es ist ebenso absurd zu behaupten,
    ein Mann könne nicht ständig dieselbe Frau lieben,
    wie zu behaupten, ein Geiger brauche mehrere Geigen,
    um ein Musikstück zu spielen.”

    ;o)))

  6. Also ich muss hier doch mal einschreiten. Es ist schon erstaunlich, wenn der der betrogen wird, hier eine Mitschuld bekommt. Natürlich wenn einer Fremdgeht gibt es Gründe. Diese Gründe liegen meistens in einer problematischen Beziehungslage oder an gewissen Spannungen. Die übrigens oftmals auch unausgesprochen vor sich hin brodeln. Die viel zitierte Sprachlosigkeit ist die Folge.
    Deshalb ist Kommunikation wie überall das A und 0. Achja natürlich ist Kommunikation nicht nur Sprache, auch Gestik, Mimik und Sex zählen darunter

    Aber es muss eine zentrale Bedingung vorhanden sein. Den Partnern muss klar sein was sie wollen und mit wem sie es wollen. Klarheit über die eigenen Gefühle und das eigene Wollen ist der Anfangspunkt. Zugegeben dieser Prozess ist eigentlich mit am schwersten, aber ohne bestimmte Positionen gibt es keine Kommunikationsbasis.

    Ein weitere Punkt ist natürlich, dass diese Klarheit oftmals schockieren kann. Auch kann man sie dem anderen manchmal nicht mitteilen. Dann kommt es zu Problemen. Die Frage ist nur ob man diese Probleme gemeinsam angehen will, oder ob man alleine oder mit einem Betthupferl sein Problem negieren möchte.

    Gruß JayMan

  7. […] Videos bestückt. Ich habe mich herzlich amüsiert – zum Beispiel über diesen Beitrag über Untreue und Fremdgehen. Wir entnehmen daraus: „60 Prozent fliegen auf – Frauen machen es auch“ und sagen: Ein Blog […]

  8. @casual dating
    Es geht doch nix über WERBUNG für’s Fremdgeh-Gewerbe!
    Warum Probleme lösen, wenn ihr damit Kasse machen könnt, nicht wahr?
    „Pecunia non olet“ egal auf wessen Kosten? Tolle Einstellung. :(

  9. Bei Casual Dating geht es nicht ums Fremdgehen, sondern hauptsächlich um Singles, die ihren sexuellen Horizont erweitern möchten ausserhalb einer Beziehung.

    Ann-M.

  10. “Für mich fängt der Betrug eigentlich immer im Kopf an und muss nicht zwingend etwas mit körperlicher Untreue zu tun haben”

    Ja, so ist es! Der Betrug im Kopf ist auch schon ausreichend, denn es manifestiert eine Entscheidung. Wie sich diese Entscheidung dann äußert ist unerheblich, denn der Betrug ist bereits geschehen indem man sich für Eventualitäten geöffnet hat.

  11. Mich törnt diese Fremdgehkacke auch enorm ab. Ich glaub ich lüge……..statt sich mit Schwierigkeiten in der Partnerschaft auseinanderzusetznen, fick ich halt die Nächste……….finde dort eventuell genügend Bestätigung um mich nicht mit mir selber auseinandersetzen zu müssen………Prima, so läuft unser Verdrängungsprogramm und bewahrt uns vor möglicher Besinnung…..

  12. Auch wenn ich da nur theoretisch mitreden kann…ich denke für Fremdgehen sind beide Partner verantwortlich bzw. Schuld, weil an einer guten/nicht so guten Beziehung auch beide beteiligt sind, deshalb muss sich meiner Meinung nach nicht nur der Fremdgeher entschuldigen.
    Also ich meine jeder Partner ist zu ca. 50 % Schuld, wenn die Beziehung nicht gut läuft, aber ich finde auch einer der Partner kann viel mehr als 50 % bewegen/ beeinflussen, wenn er sich besonders bewußt ist, was er so sagt, tut und vor allem wie er sich verhält bzw. reagiert (Beispiel: ein tyrannischer, jähzorniger Mann ist nur solange jähzornig wie Frau das akzeptiert und ängstlich reagiert, sonst funktioniert das Spiel ja gar nicht).
    Versteht man überhaupt, was ich da sagen will? Naja, hat auch so direkt nichts mit dem Thema zu tun, ist mir nur dazu eingefallen.

  13. Man sollte allerdings Betrug von Sexfantasie differenzieren. Weil eine Fantasie haben .. keine Entscheidung für etwas .. anderes ist.

  14. Was ist, wenn man doch mal genauer den Kommentaren von Felix im Video nachgeht? Wenn Mann eine Frau mit kleinem Busen hat und nach ein paar Jahren einfach Lust auf einen großen Busen hat. Wenn die Frau an sich nichts Falsch gemacht hat und in der Beziehung eigentlich auch alles ok ist. Man kann sich noch so sehr Mühe geben im Bett, ohne OP wird der Busen nicht größer… – Wie soll man das lösen? Irgendwie erscheint das traurig aussichtslos…

    Und wenn die Gründe für Fremdgehen bei Frauen und Männern unterschiedliche sind und bei Männern eben doch der „Jagdtrieb“ der Hintergrund ist, der nach einigen Jahren mit 1 Frau wieder einsetzt? – Wie soll man das lösen?

  15. Das kann man kaum lösen, leider. Ich denke, es gibt mehr und weniger treue Partner auf beiden Seiten. Wenn die Partner zueinander passen, geht es gut, und wenn nicht, ist irgendwann die Enttäuschung zu groß, die Freude aneinander vergeht. Nur nicht aus Liebe weinen… wenn es der Falsche war.
    Interessant finde ich bei dem Beitrag, dass sich Partner auf die Grenzen der Treue verständigen können – ist schon ein Treffen oder ein Kuss als Fremdgehen zu werten oder erst Sex mit einer anderen Person? Ist das verhandelbar? Es würde auf mich sehr abschreckend wirken, wenn wir quasi prophylaktisch festlegen, wie weit jeder gehen darf. So habe ich das auch noch nie erlebt, die Untreue kam immer ohne große Ankündigung und heimlich in die Beziehung hereingeschlichen. Sonst hätte ich mich ja schon mal darauf eingestellt…
    Die Idee der Wiedergutmachung, 1 Monat das Lieblingsessen des anderen zu kochen finde ich sehr nett. Darin würde sich zeigen, dass man den Kontakt zu einander nicht ganz verloren hat. Aber meistens ist genau das der Fall. Wenn ich dann mein Lieblingsessen mit Trauer und Tränen hinunterwürge, habe ich doch keine Freude daran. Und ich würde mich in der Rolle als „Verzeihende“ doch auch nicht wohl fühlen. Ein Partner ist kein „Besitztum“ dessen Liebe einem „gehört“ und quasi beansprucht werden kann. Der Fremdgeher ist auch nicht ein unartiges Kind, das etwas ausgefressen hat.
    Für mich war mit der Untreue, egal von wem, die Beziehung erledigt. Was nicht heißt, für immer. Aber bestimmt eine ganze Weile lang, vielleicht bis der andere zurückkommt und mir erzählt, dass es mit mir viel schöner war … :)
    Auch originell finde ich die Idee, dass Männer mehrere Frauen „brauchen“. Immer wieder geht es letztlich um diese Idee. Da gibt es verschiedene Motive, die „Jagd“, die „Ventilfunktion“ inklusive „Druckkessel“ gehört in diese Kategorie oder das Motiv „Odyssee“, wo ein Abenteuer die Bindung stärkt.
    Wer den Partner für sein Fremdgehen verantwortlich macht, ist einfach unreif. Manche Partner tun sehr viel für den anderen, doch der weiß es nicht zu schätzen. Wo der Spaß für mich aufhört, ist zum Beispiel wenn der Partner käuflichen Sex wahrnimmt. Für manche Leute ist das „was ganz anderes“, das zählt angeblich nicht. Da habe ich noch mehr gesundheitliche Bedenken als beim „normalen“ Fremdgehen. Moralische nein. Das sollte jeder für sich selbst als erwachsener Mensch klären, noch besser geklärt haben, wenn eine Beziehung eingegangen wird.

  16. Hallo,

    nach einem Jahr melde ich mich mal wieder, da das Thema in etwa passt.

    Nun, es ist eine Variation des Themas vom letzten Jahr. Da ging es um den Sex, jetzt um das Küssen.

    Meine Frau mag mich nicht küssen, da ich, ihrer Meinung nach, mit zu viel Speichel küsse. Ihre Lösung ist, da sie gerne küsst, einen Fremden zu küssen, wenn dieser ihr das vorschlägt.

    Dummerweise ist meine Frau recht attraktiv und zieht sich auch gerne auffällig an. Sie geht dann regelmäßig zu Treffen von einer Gruppe Leute und hat im Laufe des letzten Jahres mindestens mit 3 Männern mehrfach, also jeweils 2-3 mal zu verschiedenen Gelegenheiten, rumgeknutscht.

    Zufällig habe ich das vor 4 Wochen beim letzten Mann mitbekommen und fand das nicht gerade lustig. Meine Frau findet das aber total in Ordnung. Sie sagt, sie wäre da eben egoistisch und will auf das Küssen im Allgemeinen nicht verzichten. Zumal es ja nicht sehr oft passiert sei.

    Das Risiko, dass ich das herausfinde und sie verlassen könnte, wäre sie eben eingegangen. Ausserdem könne ich das auch mit anderen Frauen machen. Das wäre ok für sie und sie hat mich regelrecht aufgefordert, das zu tun. Ich solle
    Kuss-Erfahrungen mit anderen Frauen machen, was lernen und mich dann wieder bei ihr melden.

    Tja, nun habe ich dann, mit ihrem Wissen, eine Datingveranstaltung besucht und eine nette Frau kennengelernt. Mit der treffe ich mich in 2 Tagen und ja, meine Frau weiss davon und findet das ok. Ihre Erklärung: sie wurde von ihrem Ex-Mann betrogen und will seitdem keine Eifersucht mehr empfinden. Sie könne Sex und Liebe trennen und würde sich deshalb keinen Kopf machen. Obwohl sie schon eifersüchtig zu sein scheint. Sie befürchtet zwar, dass ich das nicht kann, aber das wäre ihr Risiko.

    Seltsam ist, dass wir uns sonst top verstehen. Es gibt keine Streitpunkte. Sex haben wir seit gut 12 Monaten nicht mehr, da sie zuviel Stress hat und Sex ihr nicht genug Energie zurück gibt. Es wäre zu anstrengend. Die sexuellen Probleme von vor einem Jahr haben wir aber gelöst. Da hatte ich zu einem anderen Video mal was geschrieben.

    Ich erwarte jetzt nicht, dass mir jemand sagt, was ich tun soll, aber hat schon mal jemand etwas ähnliches erlebt. Ich finde die Situation schon sehr skurril.

    Danke
    Mazor

  17. @Mazor

    Geniesse die Freiheit die dir deine Frau lässt.
    Ihr werdet beide neue Erfahrungen sammeln die eure Beziehung bereichern können.

    Betrügen tun wir nicht den jeweiligen Partner sondern uns selber, der Mensch ist halt nicht auf lebenslange Monogamie ausgelegt. In den meisten Fällen ist es eher eine serielle Monogamie.
    In Polyamoren Kreisen wird das „Fremdgehen“ dann auch als Bekanntgehen bezeichnet, da alle beteiligten davon wissen das es noch weitere Menschen gibt zu denen liebevolle, zärtliche und erotische Kontakte bestehen.
    Das ist allerdings nicht einfacher sondern nur anders kompliziert.

    Das ihr als Paar seit einem Jahr keinen Sex mehr hattet ist kein gutes Zeichen, zumindest wenn es einer vermisst.

    Alles Gute
    Bernd

  18. Hi,
    also ich denke ja, dass wenn einer fremdgeht, der andere dann emotional schon vorher gegangen ist. In meiner Arbeit ist mir aufgefallen, dass wenn z.B der Mann fremd gegangen ist, ihm sein wichtigstes Bedürfnis von seiner Partnerin nicht gestillt wurde. Und das Bedürfnis ist es Respekt und Anerkennung von seiner liebsten zu bekommen. Gibt sie ihm diesen Respekt nicht mehr und kommt dann eine andere Frau die ihn Respekt entgegen bringt und ihn anhimmelt, kann es passieren, dass er untreu wird.

  19. Genau so ist es Isabel. Prominente Faelle: Bill Clinton mit Monica Lewinsky und Hugh Grant mit der Strassen-Prostituierten Divine Brown. Ich halte sowohl Bill’s Ehefrau Hillary Clinton als auch Hugh’s Freundin Elizabeth Hurley fuer die eigentlichen Verursacher des ‚Fremdgehens‘.

    Wahrscheinlich werden viele Frauen jetzt protestieren, aber wenn sie ehrlich mit sich selbst sind, dann muessen sie an sich arbeiten, wenn sie den Mann halten wollen. Das gilt natuerlich ebenso fuer Maenner, die an sich arbeiten muessen, um eine Frau zu halten.

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