Was ist dran am Lustkiller Pille?


Posted on November 8th, by Anika in Briefe, Doch Noch TV, Emails & Fragen. 42 comments

Greifen Frauen, die die Pille nehmen bei der Partnerwahl häufiger daneben als ihre Geschlechtsgenossinnen? Hat die Pille tatsächlich Einfluss auf die Kurve der Frau und dämpft sie damit vielleicht sogar ihre Lust auf Sex? Ann-Marlene hat einen Gynäkologen zu Rate gezogen und räumt mit einem alten Mythos aus dem Toilettenwesen auf …

Mehr Austausch und Erfahrungen zum Thema „Libidoverlust unter der Pille & Co“ findet Ihr im NFP-Forum – an dieser Stelle vielen Dank an eine Zuschauerin, die uns auf diesen Beitrag gebracht hat und der wir diesen Link verdanken!

 





42 thoughts on “Was ist dran am Lustkiller Pille?

  1. Hallo Ann-Marlene,
    durch einen Beitrag im Fernsehen bin ich auf deine Seite aufmerksam geworden und habe die letzten Tage deine Videos durchstöbert. Dein Blog gefällt mir sehr gut, Frau lernt halt nie aus, jetzt muss ich es nur noch Mann beibringen :). Jetzt zum Pillen Thema: Vor einigen Monaten habe ich die Pille (AIDA) abgesetzt weil ich fast gar keine Lust mehr auf Sex hatte und auch keinen Spaß mehr dran- wozu dann noch Hormone schlucken. Bereits im ersten Zyklus danach wurde es wieder besser und jetzt kann ich gar nicht mehr genug bekommen :-). Nur das mit der Verhütung ist blöd! Eigentlich finde ich, ist jetzt mal mein Freund dran…er beschwert sich auch gar nicht, aber Kondome finde ich auf Dauer auch nicht die super Lösung. Also, an alle die nicht mit Hormonen verhüten, wie geht ihr damit um? Und falls es hier auch Männer gibt, findet ihr es blöd über einen langen Zeitraum mit Kondomen zu verhüten?
    Wollte mich jetzt auch mal genauer über die natürliche Familienplanung (bescheuerter Begriff) informieren, noch andere Vorschläge?
    Liebe Grüße

  2. Danke Ann-Marlene für dieses Video! Es hat mir sehr geholfen. Ich habe anderthalb Jahre lang die „Valette“ benutzt und habe in dieser Zeit verstärkt unter Migräne gelitten. Bis heute habe ich auch keinen Zusammenhang dazwischen gesehen. Erst jetzt habe ich die Packungsbeilage auführlich auf Nebenwirkungen hin gelesen und (neben erhöhtem Risiko für diverse Krebsarten!) erfahren, dass durch die Einnahme von „Valette“ verstärkt Mirgräne auftreten kann.
    „Valette“ ist auch tatsächlich ein wirklicher „Lustkiller“, denn ich habe die letzten anderthalb Jahre keine Pille genommen und nehme seitdem meinen Zyklus viel stärker wahr und weiß seitdem genau wann mein Eisprung ist, weil ihn in an meinem Lustspiegel sofort ableiten kann.
    Mal wieder sehr, sehr hilfreich! Danke!

  3. Super Beitrag.
    Ich nehme die „Bellissima“, eine Variante der „Belara“. Als Lustkiller empfinde ich sie nicht. Ich werde dennoch mal mit meiner Frauenärztin darübersprechen, vielleicht findet man ja auch eine ganz andere Art der Verhütung.

  4. Mein letztes Kommentar kommt irgendwie nicht, jetzt versuch ichs einfach noch mal, auf die Gefahr hin mich zu wiederholen :).Bei mir war die Pille (AIDA) ein absoluter Lustkiller, habs erst auf die Beziehung geschoben (das ist halt so mit der Zeit etc), habe sie jetzt aber vor einigen Monaten abgesetzt und alles ist wieder wunderbar :-). Nur ist jetzt das Verhütungsproblem da…Kondome finden wir beide auf die Dauer auch nicht die Ideallösung. Wie verhütet ihr ohne Hormone?

  5. Hallo Leonie,

    schau dich doch mal im verlinktem Forum ein bisschen weiter um.
    Da erfährst du mehr über NFP und auch andere Verhütungsmethoden ohne Hormone.

    LG Mia…

  6. Hallo.
    Vielen Dank für diesen Bericht.
    Als Anmerkung zum verlinkten Forum: dort treffen sich natürlich vermehrt Frauen, die Probleme mit der Pille hatten.

    Dort ist auch ein kurzer Bericht vom ersten Deutschen Verhütungskongress zu finden, auf dem Anneliese Schwenkhagen über das Thema sprach.
    http://www.nfp-forum.de/viewtopic.php?f=62&t=42520&start=9

    @Leonie: Es sind alle, die sich für natürliche Verhütung interessieren, eingeladen, es einfach mal auszuprobieren. Eine alternative Barrieremthode, die für viele Frauen gut funktioniert aber in D wenig eingesetzt wird, ist das Diaphragma.

    @Vivian: das kommt auf die Spirale an. Es gibt Spiralen mit Hormonabgabe und klassische Kupferspiralen ohne Hormone. Entgegen der landläufigen Meinung, Spiralen wären erst nach der Geburt anzuraten, können manche Sorten wie zB die Goldlily, auch von jungen Frauen getragen werden.

  7. Hallo Ann-Marleene,

    auch mich interessiert, ob die Hormonspirale einen solchen „lustkillenden“ Eifluss haben könnte. Die „mirena“(Bayer) soll ja über Gestagene funktionieren…

    Liebe Grüße,
    Kris

  8. Hallo Kris,

    der beste Ansprechpartner für solche Fragen ist immer die Packungsbeilage.
    – sie ist schriftlich, es gibt also weniger Spielraum für Missverständnisse
    – sie wird von den Herstellern sehr sorgfältig erstellt, da sie juristisch relevant ist.

    In der Packungsbeilage der Mirena
    http://www.bayerhealthcare.at/html/pdf/gi/Mirena.pdf
    steht:

    „Folgende Nebenwirkungen treten häufig auf:
    Depressive Stimmung, Nervosität, verringerter Geschlechtstrieb, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Akne, Rückenschmerzen, Schmerzen im Becken, schmerzhafte Regelblutungen, Scheidenausfluss, Entzündungen der Scheidenschleimhaut und der äußeren Schamlippen, Brustspannen, Brustschmerzen, Ausstoßung des Intrauterinpessars, Gewichtszunahme.“

    „Häufig“ bedeutet: Bei bis zu 10% der Frauen.

  9. Hallo!
    Ich finde es toll, dass dieses Thema auch endlich mal im Blog behandelt wird. Ich habe über 10 Jahre den „Nuva Ring“ genommen. Ich hatte viele Jahre Schmerzen beim Sex, es war jedoch nie klar, dass dies was mit dem Ring zutun haben könnte (mir nicht und meiner Frauenärztin auch nicht). Lange habe ich geglaubt, es lege an mir (so verrückt ich das heute finde), ich wäre zu verkopft oder verkrampft… Bis meine Frauenärztin bei einer Routineuntersuchung nebenbei meinte, der Nuva Ring würde die Schleimhäute dünner machen. An diesem Tag habe ich „Nägel mit Köpfen“ gemacht und die hormonelle Verhütung abgesetzt. Und ich bin sehr glücklich darüber. Ich habe keine Schmerzen mehr und habe zudem gemerkt, wie sehr die Hormone meine Lust gebremst haben. Es ist unglaublich wieviel Lust ich heute habe. Und ich finde ständig Männer auf der Straße attraktiv ;) Jetzt verhüte ich mit der Gynefix-Kupferkette und zusätzlich mit Kondom. Ich bin damit zufrieden, auch wenn die Kupferkette meine Blutung verlängert. Das ist es mir wert!
    Viele Grüße, A.

  10. @Leonie:
    Zuerst mal: Die “natürliche Familienplanung” kannst du auch “symptothermale Methode” nennen, wenn es dir besser gefällt ;)
    Ich finde diese Methode sehr nützlich, da sie (mindestens) genauso sicher sein soll wie die Pille. Auf http://harri-wettstein.de/sympto kannst du dich informieren.

  11. Oha! Nach diesem Blogeintrag hab ich die pille abgesetzt- mir hat´s gereicht. Ich habe eine von diesen Lustkillern genommen und jetzt ist es nur doof, dass mein Freund soo weit weg ist..

    ABER: Was mich wirklich ärgert, ist, dass in der Packungsbeilage zwar steht, welche Nebenwirkungen während der Pilleneinnahme auftreten können, aber man erfährt erst, wenn es soweit ist, was passieren kann, wenn man die Pille wieder ABGESETZT hat.

    Ich habe jetzt Post-Pillen-Erfahrungen wie Pickel überall (auch da, wo sie noch nie vorher waren, am Rücken zum Beispiel) und die Haare fallen mir aus wie nach ner Schwangerschaft! Komme mir vor wie zurück in die Pubertät versetzt…

  12. Ihr Lieben,
    nach den vielen Beitragen zum Thema Pille-Lustkiller möchte ich unbedingt etwas loswerden:

    Ich habe mich sehr über die ganzen Bestätigungen gefreut! Wie jemand meinte, man merkt es ja erst wieder, wenn man die Pille absetzt, was sie vorher verursacht hat.

    Wirklich sehr schön, wie viele Frauen beschrieben, ihre natürlichen Kurve wieder zu spüren und dass sie wieder mehr Lust bekamen.

    Wie dann aber danach verhüten? Das ist schon eine schwierige Frage! Ich selber nehme schon lange keine Pille mehr, verhüte aber schon hormonell, nämlich mit MIRENA. Ich habe keinerlei Nebenwirkungen und sogar noch den Vorteil, dass die ewig langen und starken Blutungen weniger geworden sind. Meine Lust hat sich auch nicht verringert. Mein Gynäkologe meinte übrigens, dass Mirena auch von sehr jungen Frauen erfolgreich verwendet werden kann.

    Dazu hatte ich über lange Jahre Glück, einen Partner zu haben, der irgendwann meinte: „Meine Familienplanung ist abgeschlossen!“ Woraufhin er sich sterilisieren lies. Mir ist klar, dass das nur für „etwas ältere Herrschaften“ (wie unter anderem ich!) in Frage kommt. Uns wurde diese Verhütung von Freunden empfohlen und hatte absolut keine Nachteile beim Sex oder überhaupt so. (Nur die kleine OP an sich!) Danach endlich Ruhe im Karton!

    In diesem Sinne noch mal danke für eure regen Teilnahme!

    Nachteule Henning
    (P.S. Irgenwie hat der Blog keine Sommer/Winter-Zeit, weil es wirklich nur 00:30 Uhr ist!)

  13. hallo,

    ich hab noch nie die pille genommen und bisher immer mit kondomen verhütet und das hatte auch immer gut geklappt (20 jahre). mit meinem neuen partner hab ich es am anfang auch mit gummi gemacht und wir sind so leidenschaftlich und verspielt, da hat es tatsächlich nicht gehalten. wir haben jetzt ein 5 monate altes baby. die schwangerschaft war super, weil wir da ja nicht verhüten mussten. ich stille noch voll, hab aber schon seit 3 monaten wieder meine mens und nun wollen wir nicht noch ein baby. also, wie verhüten? kondom wollen wir nicht, das ist nix für uns. wir wollen nichts „dazwischen“ haben. mich törnt auch der geruch neuerdings total ab.und wir haben auch über sterilisation nachgedacht. liebe ann marlene, kannst du zu diesem thema mal etwas ausführliches machen? was hat man(n) von diesem eingriff zu erwarten (seelisch, körperlich)? wie wirkt es auf seine lust? vielen dank, bianca

    PS: meine hebamme hat so von deinem buch geschwärmt und inzwischen konnte ich doch noch einiges dazu lernen. danke.

  14. Auch die Mirena ist nicht besser als Pille und Co…es sind auch Hormone und selbst in ihren Nebenwirkungen steht „Libidoverlust“.
    Ich würde dieses Ding keiner Frau mit Libidoverlust oder sonstigen Problemen wegen den künstlichen Hormonen empfehlen…..siehe http://www.hormonspirale-forum.de

  15. Liebe(r) Jess!

    Nein, Mirena ist nicht wie Pille und Co. Sie gibt weniger Hormone ab und über einen anderen Kreislauf als eine oral eingenommene Pille.
    Daher eine andere und kleinere Belastung.

    Außerdem enthält sie nur Gestagene und keine Östrogene. Der Eisprung wird nicht unterdrückt.

    Ich bin auf diesem Gebiet keine Expertin, aber habe mehrere Frauenärzte zu diesem Thema gefragt.

    Grüße

    Ann-Marlene

  16. Hallo Ann-Marlene,

    zunächst: Es freut mich sehr, dass du bei der Mirena keine Nebenwirkungen hast. Libidoverlust bei der Pille tritt als Nebenwirkung bei etwa 5% der Frauen auf. Die übrigen 95% haben diese Nebenwirkung nicht.
    Genauso ist es bei der Mirena: Viele haben keine Nebenwirkungen, andere haben welche.

    Du, Ann-Marlene, hattest Nebenwirkungen bei der Pille aber nicht bei der Mirena. Das freut mich für dich! Aber das heißt nicht, dass alle anderen Frauen ebenfalls bei der Pille Libidoverlust haben und bei der Mirena nicht.

    Der Hersteller der Mirena würde Libidoverlust ganz sicher nicht in die Packungsbeilage schreiben, wenn diese Nebenwirkung nicht auch auftreten würde. Ich hab die entsprechende Stelle aus der Packungsbeilage ja oben kopiert.

    Auch diese Aussage ist übrigens falsch:
    „Der Eisprung wird nicht unterdrückt“

    Bei vielen Frauen reicht die Levonorgegstrel-Dosis aus, um den Eisprung zu unterdrücken. Deswegen bleibt oft auch die Menstruationsblutung unter der Mirena komplett aus oder die Zyklen verlängern sich. Bayer entwickelt derzeit ja auch das LCS12 mit einer fast halbierten Levonorgestrel-Dosis. In dem zugehörigen Paper steht als ein wesentlicher Entwicklungsgrund, dass bei die Mirena immer noch nicht lokal genug wirkt sondern doch, wie die pille auch, im Gehirn ansetzt.

  17. Die Inhaltsstoffe und die Wirkungsweise der Mirena sind die Gleichen wie bei einer reinen Gestagen-Pille (Minipille) und damit im Wesentlichen auch die Nebenwirkungen und Auswirkungen auf Befinden, Psyche und Persönlichkeit.

    Es ist übrigens ein Mythos, dass die Hormone der Mirena anders wirken als die der entsprechenden Pillen. Diese Vorstellung geht zurück auf die Werbelüge der Pharmaindustrie, dass lokal eingebrachte hormonelle Verhütungsmittel wie NuvaRing und Mirena auch nur lokal wirken, um die Auswirkungen künstlicher Hormone auf den gesamten Organismus herunterzuspielen. In den hormonellen Regelkreis sind immer auch Hypothalamus und Hypophyse zentral involviert – dort kommen die Hormone aus Mirena und NuvaRing genauso an und entfalten ihre Wirkung wie die aus dem Implanon, dem Hormonpflaster und der Pille. (Deshalb setzt Bayer das Wörtchen „lokal“ in seinen Mirena-Broschüren wohlweislich in Anführungszeichen, um sich auf formaler Ebene gegen den Vorwurf der Falschinformation abzusichern.)

    Die Mirena kann u. a. folgende Nebenwirkungen haben (Quelle: http://ch.oddb.org/de/gcc/fachinfo/reg/52996):

    Sehr häufig: Ovarialzysten, menstruelle Probleme (häufige, verlängerte, verkürzte oder starke Blutungen, Zwischen- bzw. Schmierblutungen), Oligomenorrhö, Amenorrhö,

    Häufig: Vulvovaginitis, Gewichtszunahme, Depressive Verstimmungen, Nervosität, verringerte Libido, Kopfschmerzen, Abdominalschmerzen, Übelkeit, Akne, Rückenschmerzen, Dysmenorrhö, Scheidenausfluss, Brustspannung, Mastalgie, Ausstossung des IUS, Unterbauchschmerzen

    Gelegentlich: Endometritis, Beckenentzündung, Stimmungsschwankungen, Migräne, Blähungen, Hirsutismus, Haarausfall, Pruritus, Ekzem, Transpiration, fettiges Haar, Histologische Veränderungen der Zervix, Ödeme

    Selten: Rash, Urtikaria, Uterusperforation

    Geringfügig erhöhtes Risiko für venöse und arterielle Thromboembolien.

    Einzelfälle von Brustkrebs.

    Bei Frauen, die unter der Anwendung von Mirena schwanger werden, ist das Risiko für eine ektopische Schwangerschaft erhöht.

    Ich möchte ebenfalls allen Mirena-Verwenderinnen und denen, die es werden wollen, einen Blick ins Hormonspirale-Forum anraten (http://www.hormonspirale-forum.de/).

  18. Liebe Nora,

    in der letzten Zeit stehen hier im Blog in den Kommentaren Dinge über mich und meine Meinung, die so nicht zutreffen!

    „Du, Ann-Marlene, hattest Nebenwirkungen bei der Pille aber nicht bei der Mirena.“

    Ich habe noch nie über meine Erfahrungen mit der Pille berichtet.

    „Aber das heißt nicht, dass alle anderen Frauen ebenfalls bei der Pille Libidoverlust haben und bei der Mirena nicht.“

    So etwas würde ich nie behaupten! Darüber habe ich auch nicht berichtet, sondern SEHR VIELE andere Frauen hier im Blog haben dazu ihre Erfahrungen gebracht, ich habe schliesslich eine sehr wichtige – und anscheinend sehr emotionelle – Diskussion angeregt.

    Es war mir wichtig dies klar zu stellen, weil ich nicht über Dinge berichte über die ich zu wenig weiss!

    Gerade aber habe ich ein sehr wichtiges Buch zum Thema Menopause und Hormonen gelesen, unter anderem was Brust- und Gebärmutterkrebs angeht. Und es scheint hier einen großen Unterschied zu sein, ob man etwas oral (Pille) oder über die (Schleim-) Haut (Mirena) einnimmt.

    Ich werde mich hier aus der Diskussion ziehen, weil alles weitere nur zu Missverständnissen führt und freue mich weiter über die ganzen persönlichen Erfahrungen, die hier berichtet werden. Persönliche Erfahrungen haben immer Recht! ;-)

    Späte Grüße

    Ann-M.

  19. Es ist für das Brustkrebsrisiko unerheblich ob die Hormone oral eingenommen werden oder über die Gebärmutterschleimhaut. Das Bundesinstitut für Arzneimittel veröffentlichte schon 2007 zu Mirena folgendes:
    „Anlass des Stufenplanverfahrens war eine auffällige Anzahl von Spontanberichten über Brustkrebserkrankungen, Uterusperforationen und ektope diagnostizierte Schwangerschaften bei Frauen, denen Mirena® eingelegt wurde“

    ………………..
    „In Bezug auf ein mögliches Brustkrebsrisiko wird jetzt darauf hingewiesen, dass bei Anwenderinnen von Gestagen-only-Kontrazeptiva (z.B. Mirena®) ein Brustkrebsrisiko besteht, das möglicherweise in der gleichen Größenordnung liegt wie das bei Anwenderinnen kombinierter oraler Kontrazeptiva. Weiterhin stellt das Vorliegen von Geschlechtshormon-abhängigen Tumoren nun auch für Mirena® eine absolute Kontraindikation dar.

    Nachlesbar unter http://www.bfarm.de, in die Suchfunktion „Mirena“ eingeben.
    Es darf hier nicht das Lala der Pharma und Gyns (die alle schön daran verdienen, vor allem seit Ärzte offiziell Geschenke der Pharma annehmen dürfen!) nachgeträllert werden, dass „niedrig dosierte“ Hormone oder andere Darreichungsformen „gesünder“ oder gar „weniger gefährlich“ seien als andere. Das sind Medikamente, die Frauen jahre, eher noch jahrzehntelang einnehmen und das in den allermeisten Fällen NUR zur Verhütung. Die Medikamentenstudien gehen aber meist nur über höchstens 2 Jahre, das heißt alle Nebenwirkungen die da auftreten werden dokumentiert (Häufigkeit UND was auftritt)-aber welche Frau nimmt das Zeug schon NUR so lange ??? Es gibt aber keine Studien zu einer Einnahme über Jahrzehnte! Es wird aber nirgends richtig über dieses Zeug aufgeklärt und da finde ich es schade, dass in einem Beitrag wie diesem hier doch auch wieder Werbung für Hormone gemacht wird. Ich habe mich über den Beitrag gefreut, weil leider leider es für viele Frauen udn Männer das EINZIGE Argument ist die Hormone weg zu lassen (weil sie keine Lust mehr auf Sex hat) und dann muss ich von der Empfehlung der Mirena lesen….

  20. „Nein, Mirena ist nicht wie Pille und Co. Sie gibt weniger Hormone ab und über einen anderen Kreislauf als eine oral eingenommene Pille.
    Daher eine andere und kleinere Belastung.

    Außerdem enthält sie nur Gestagene und keine Östrogene. Der Eisprung wird nicht unterdrückt.

    Ich bin auf diesem Gebiet keine Expertin, aber habe mehrere Frauenärzte zu diesem Thema gefragt.“

    Das erzählen dir Ärzte, die von der PHarma eine Fortbildung auf Rhodos bekommen ;-) Denkst du die erzählen dir dann was Negatives ??? Hierzu gibts eine schöne Studie vom Frauengesundheitszentrum Graz (das Ergebnis hiervon wurde auch im ORF diskutiert mit einer Dame vom Hersteller der Mirena) und diese besagte was die allermeisten Frauen bei den Gyns erfahren- Nebenwirkungen werden geleugnet, vertuscht, negiert. Die Mirena hat „KEINE Nebenwirkungen“ und „wirkt nur lokal“ und „ist ja so niedrig dosiert“. In der Fernsehsendung kam heraus, dass der Hersteller von weitaus mehr Nebenwirkungen weiß als in der Packungsbeilage stehen und die Häufigkeiten die auftreten wurden auch schön korrigiert. Wer eine UNABHÄNGIGE Studie lesen möchte, der googel die Sammlung „Mirena the other side of the story“ dort steht übrigens, dass die Mirena TÄGLICH dieselbe Menge an Hormon in das Blut abgibt wie ZWEI Pillen mit demselben Wirkstoff auch täglich eingenommen ;-) Ich finde es sehr,sehr schade, dass Millionen Frauen in Deutschland und weltweit belogen werden, was die Risiken, Nebenwirkungen und sonstiges von Hormonen angeht. Nochmal – umso schlimmer finde ich es solche Unwahrheiten auch noch in einem Blog den viele (verzweifelte Frauen) lesen nochmal wiederfinden zu müssen.

  21. Ich möchte unterstützen und ergänzen, was Jess in den letzten beiden Kommentaren geschrieben hat.

    Leider scheint es tatsächlich eher die Ausnahme zu sein, dass FrauenärztInnen neutral und umfassend über hormonelle Verhütung informieren. Typische Erfahrungen von Frauen sind dagegen:

    –Mädchen bekommen als Teenager die Pille ganz selbstverständlich verschrieben – öfters ohne dass überhaupt eine akute Notwendigkeit besteht, ohne über Nebenwirkungen (oder gar Alternativen) aufgeklärt zu werden und öfters sogar ohne die Abklärung von Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, Thrombosen in der Familie etc.).

    –Wenn Frauen mit Nebenwirkungen zu ihrer Frauenärztin kommen, bestreitet diese vehement, dass die Symptome mit dem hormonellen Verhütungsmittel zu tun haben, und zwar obwohl diese Nebenwirkungen klar und deutlich im Beipackzettel aufgelistet sind.

    –Wenn Frauen ihren Frauenarzt auf ihren Libidoverlust ansprechen, bestreitet dieser nicht nur vehement jeden Zusammenhang mit der hormonellen Verhütung, sondern führt den Libidoverlust ohne jede weitere Abklärung wahlweise auf die Länge der Beziehung, spekulative Probleme in der Beziehung, darauf, dass der Partner „sich zu wenig Mühe gibt“, auf den falschen Partner, die falsche Stellung beim Sex, Übergewicht oder sogar Einbildung zurück.

    –Wenn Frauen bezüglich der Nebenwirkungen vehement genug sind, werden sie von ihrer Frauenärztin damit beschwichtigt, dass sie zu den seltenen Fällen gehören, die ausgerechnet dieses eine Präparat nicht vertragen, und zu einem Wechsel der Pille oder zu einem anderen hormonellen Verhütungsmittel bewogen – das Ganze oft über viele Jahre und viele verschiedene Präparate hinweg, ohne dass sich an der Beeinträchtigung durch die hormonelle Verhütung grundsätzlich etwas ändert.

    Zur ungenügenden Laufzeit von Nebenwirkungsstudien: Bei den meisten Frauen schleichen sich die Nebenwirkungen durch hormonelle Verhütungsmittel langsam und über mehrere Jahre ein. Gerade der Libidoverlust macht sich bei vielen erst nach mehreren Jahren richtig bemerkbar (keinerlei Lust auf Sex, keine Erregung, keine Erregungsfeuchtigkeit, Einreißen beim Eindringen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Abneigung oder sogar Ekel gegen Berührungen – das ist das Endstadium dieser Entwicklung bei vielen langjährig hormonell verhütenden Frauen) – in den Studien werden diese (häufigen !) Fälle aber eben gar nicht mehr berücksichtigt. (In einer Umfrage im NFP-Forum trat bei 52 % der Frauen, die durch hormonelle Verhütungsmittel unter Libidoverlust litten, dieser erst nach frühestens 3 Jahren auf.)

    Gerade weil viele Nebenwirkungen sich schleichend über so lange Zeiträume einstellen und verstärken, werden sie von den Betroffenen oft nicht als solche erkannt und nicht mit der hormonellen Verhütung in Verbindung gebracht. (Und die FrauenärztInnen tun durch mangelnde Aufklärung oder gezielte Desinformation ihr Übriges dazu.) Erst wenn die Hormone abgesetzt werden, wird für viele Frauen das ganze Ausmaß der langjährigen Beeinträchtigung erkennbar.

  22. Hallo Ann-Marlene,
    es kam mir etwas lustig vor, dass du von deiner natürlichen Kurve sprichst, während du eine Hormonbombe wie dei Mirena trägst.
    Unter natürlicher Kurve verstehe ich, eine sich steigernde Lust zu spüren, während in der ersten Zyklusphase der Eisprung naht, und nach dem Eisprung verändert man sich und wird anlehnungsbedürftiger und „kuscheliger“, bis dann kurz vor der Periode die Lust auf Sex wieder deutlicher und öfter zum Vorschein kommt. Das unterscheidet sich ja ziemlich von Frau zu Frau, aber so in etwa läuft das bei mir ab, und ich genieße es auch, das so zu beobachten.
    Ich bin jetzt seit 5 Jahren frei von künstlich zugeführten Hormonen und mache seit 2 Jahren symptothermale Zyklusbeobachtung. Seither fallen mir meine veränderlichen Tendenzen im Lauf des Zyklus erst richtig auf, das ist ziemlich spannend.
    Vor einer Hormonspirale hätte ich ziemliche Angst. Es ist natürlich schön, dass du keine Nebenwirkungen hast, aber ich habe von vielen Frauen Gegenteiliges gehört. Dieses ständig im Blut vorhandene Gestagen kann einem doch ganz gehörig auf die Stimmung schlagen und eine ganze Reihe von gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen nach sich ziehen.
    Also ich würde eigentlich jedem zu natürlicher Verhütung (plus Barrieremoethode in der fruchtbaren Zeit) oder aber zu einer Kupferspirale (bzw. Gynefix) raten.

    Liebe Grüsse

  23. Liebe Linda,

    dein Kommentar bringt eine sehr wichtige Frage in den Mittelpunkt: Welche Verhütung überhaupt?

    Ich glaube, dass hier sehr individuelle Antworten gesucht werden müssen. Ich hatte mit der Natur-Temperatur-Messmethode (+ Barrierenverhütung um den Eisprung herum) schon zwei ungewollte Schwangerschaften. Und weil die Kupferspirale nicht sicher genug war, hat jemand in meiner Familie jetzt noch eine Kusine. Dazu kommt, dass die Empfohlene Kupferspirale für sehr viele Frauen nicht in Frage kommt, weil ihre Tage dann so stark werden, dass sie „fast verbluten“, wie sie mir immer schreiben.

    Also die Frage bleibt unbeantwortet.

    Ich würde selber auch lieber ohne Hormone (und Nebenwirkungen) verhüten und habe die Risiken abgewogen. Am Ende entschied ich FÜR Hormone, weil die anderen Faktoren, die da eine noch stärkere Rolle spielen, NICHT auf mich zutreffen (Übergewicht, Rauchen, Krebs in der Familie etc.)
    Wer mehr hierzu wissen möchte, sollte das Buch lesen „Kompass Wechseljahre“ vom Trias Verlag (ISBN 978-3-8304-3647-8) von zwei sehr kompetenten Hamburger Gynäkologinnen, die in keinem Fall wahllos Hormone verschreiben, sondern sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben und alle wichtigen Untersuchungen dazu mit in Betracht ziehen bei ihrer Beratung. Wie gesagt, es ist nicht mein Schwerpunkt!

    Und noch mal, danke für die Anregung zur Diskussion!

    Ann-M.

  24. Hallo Ann-Marlene,

    anekdotische Einzelfälle sind immer eine schlechte Basis für eine fundierte Entscheidung für oder gegen ein Verhütungsmittel. In den USA werden jedes Jahr 9% der Jugendlichen, die die Pille nehmen, schwanger. Nicht weil die Pille unsicher wäre, sondern weil die Mädels völlig überfordert sind täglich zuverlässig eine Tablette zu nehmen und sie nicht gleich wieder auszkotzen. Das bedeutet, dass die Pille nicht das ideale Verhütungsmittel für unzuverlässige Jugendliche ist, aber nicht dass die Pille unsicher ist.

    Selbst wenn die Pille 100% korrekt genommen wird, werden jedes Jahr 0,3% der Frauen ungewollt schwanger. Manchmal versagt auch das sicherste Verhütungsmittel. Ich kenne persönlich sogar eine Frau, die nach der Sterilisation noch schwanger geworden ist.

    Um solche Einzelfälle aus der Entscheidung herauszuhalten gibt es den Pearl-Index, der in großen Studien ermittelt wird.

    Die Mirena schneidet da extrem gut ab!

    Bei den „Natur-Temperatur-Messmethoden“ kommt es extrem darauf an, welche Methode verwendet wurde. Weißt du noch, wie deine Methode hieß? Es gibt Methoden, die genauso sicher sind, wie die Pille. Und es gibt sehr unsichere Methoden. Und auch mit sicheren Methoden kann es in Einzelfällen zu einer Schwangerschaft kommen ohne das deswegen die Methode an sich unsicher wird.
    Genauso wie es ohne Hexerei möglich ist, 5 mal hintereinander eine 6 zu würfeln, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür gering ist.

    Auch beim Kupfer IUD kommt es stark darauf an, welches verwendet wird. Es gibt etwa 20 verschiedene Spiralen. Nicht jede passt zu jeder Frau und sie sind nicht gleich sicher.

    Eine Verstärkung der Menstruationsblutung ist beim Absetzen hormoneller Methoden normal. Wenn diese Frauen von der Pille zu einem IUD wechseln, ist verständlich, dass die Blutung sehr viel stärker wird. Aber auch dann hängen die Details von dem IUD ab. IUDs mit Gold oder rahmenlose IUDs verstärken die Blutung bei den meisten Frauen nicht.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du bei der Verhütungsfrage weniger schwarz/weiß malen würdest.

  25. Hallo Nora,

    wie nu schon viele Male gesagt: Es ist nicht mein Fachgebiet, ich kann nur meine eigene „Anekdote“ erzählen.

    Ich denke, dass jede Frau Vor- und Nachteile abwägen und sich am Ende für die Verhütung entscheiden sollte mit der sie sich am wohlsten und am sichersten fühlt. Und diese Entscheidung kann sehr unterschiedlich ausfallen.

    Schwarz- Weiss Malerei sehe ich hier nicht. War nie meine Absicht. Lieber lasse ich hier die Experten sprechen und es scheint, dass du, Nora, dich wirklich gut auskennst!

    Ann-Marlene

  26. Hallo Nora,

    jetzt muss ich (Felix – der Kameramann) auch mal etwas dazu sagen.
    Ich habe ein wenig das Gefühl, dass sich hier ein Beitrag irgend wie „verselbsständigt hat“. Die Frage war doch ursprünglich: Was ist dran am Lustkiller Pille?
    Wir haben, bzw. Ann-Marlene, hat versucht diese Frage von einem Arzt kompetent klären zu lassen, da sie selbst ja keine Fachfrau auf diesem Gebiet ist. Das scheint ja soweit auch gelungen zu sein.
    Schöner Weise hat sich darüber hinaus noch eine rege Diskussion entwickelt. Natürlich hat auch Ann-Marlene daran teilgenommen …

    Ich habe eben noch einmal die Beiträge gelesen und kann rein gar nicht verstehen wieso ihr jetzt unterstellt wird bei der Verhütungsfrage schwarz/weiß zu malen. Auch versteht es sich von selbst, dass „anekdotische Einzelfälle“ eine schlechte Basis für eine fundierte Entscheidung sind.
    Das dürfte Ann-Marlene wirklich als aller Erste so sehen!
    So lange ich sie kenne, malt sie grundsätzlich nie schwarz/weiß und ich kann das zudem auch nicht in ihren Beiträgen erkennen.
    Ganz im Gegenteil – sie geht möglichst immer auf alle Pros und Contras ein. Wenn es aber um Ihre eigenen, nicht repräsentativen Erfahrungen geht, dann hat sie das auch entsprechend so geschrieben.
    Sie möchte, darf und soll in diesem Blog auch über ihre ganz eigenen Erfahrungen berichten können. Das Andere, u.U. andere Erfahrungen machen versteht sich auch von selbst und wir freuen uns, wenn diese dann hier erzählt werden.

    Deine Äußerungen sind absolut und sehr überzeugt. Es scheint also so, als würdest Du Dich in Verhütungsfragen gut auskennen – hoffentlich, denn wir können das de facto in diesem Fall nicht beurteilen.

    Soweit mein Kommentar in dieser Sache und jetzt …

    SCHÖNE FEIERTAGE!

  27. Zum Thema Lustkiller Pille gibt es ja einige interessante Studien :
    http://www.alopezie.de/cgi-bin/anyboard.cgi/diskussion/frauen?cmd=get&cG=4323733323&zu=3432373332&v=2&gV=0&p=

    Frauen wirken ohne den Einfluss von künstlichen Hormonen auf Männer attraktiver:
    http://www.welt.de/wissenschaft/article1270279/Ohne-Pille-verdienen-Stripperinnen-mehr.html

    Frauen die Hormone nehmen haben zwar ein unglücklicheres Sexleben, bleiben aber auch länger in einer unglücklichen Beziehung:
    http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/hormonstoerungen/article/674004/pille-beeinflusst-partnerwahl-beziehungsglueck.html

    Eine Studie unter Studentinnen von der Uni Heidelberg zum Thema hormonelle Verhütung und sexuelle Störungen (hier wird auch die Hormonspirale erwähnt – aber nicht so positiv wie hier):
    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/news/weibliche-sexualstoerung-die-pille-stoert-die-lust-auf-sex_aid_504578.html

    Mein Fazit, JEDES hormonelle Verhütungsmittel stört die Libido potentiell oder wenn man es länger anwendet. Ich habe – wie hier auch erwähnt wurde-mal eine kleine Feldstudie gemacht, mich mit vielen Männern in Beziehungen unterhalten und mir hat JEDER gesagt, dass es immer Probleme mit der SExhäufigkeit gab und jede der Damen verhütete hormonell – wieder so eine „Einzelfallschilderung“ und lustigerweise habe ich nur ungeplante Kinder „um mich herum“ und alle ungewollten Mütter haben hormonell verhütet ;-)

  28. Ann-Marlene Henning schrieb weiter oben: „Dein Kommentar bringt eine sehr wichtige Frage in den Mittelpunkt: Welche Verhütung überhaupt?“

    Es gibt eine Alternative zu Hormonen und IUPs, die die gleiche Methodensicherheit wie und eine bessere Gebrauchssicherheit als die Pille hat und dabei keine Nebenwirkungen (Linda und Nora haben oben schon kurz darauf hingewiesen): die sympto-thermale Methode nach den Regeln der Arbeitsgruppe NFP (hat neuerdings zwecks Eindeutigkeit den Namen „sensiplan“). Diese Verhütungsmethode beruht auf jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschungsarbeit des Forschungsprojekts NFP der Universitäten Düsseldorf und Heidelberg mit einem durch die größte europäische Zyklusdatenbank statistisch abgesicherten Pearl Index von 0,4 (bzw. 0,6 bei Verhütung mit Kondomen in der fruchtbaren Zeit). Sie ist nur deshalb nicht weiter verbreitet, weil niemand daran verdient. (Und weil über natürliche Methoden eine Menge Fehlinformationen im Umlauf sind sowie unsichere natürliche Methoden gern willkürlich mit sehr sicheren Methoden in einen Topf geworfen werden.)

    Alle relevanten Informationen zum Gebrauch der Methode finden sich in dem Buch „Natürlich und sicher“ aus dem TRIAS-Verlag. Das Fachbuch der Arbeitsgruppe NFP heißt „Natürliche Familienplanung heute“ (Springer-Verlag) und enthält nicht nur fundierte Informationen zur Methode, Sicherheit und den zugrunde liegenden Studien, sondern auch über die physiologischen Grundlagen des weiblichen Zyklus u.a.m.

  29. Nach vier Jahren ohne hormonelle Verhütung habe ich mich mit der Verhütungsfrage nun ganz neu auseinandersetzen müssen.

    Seit 2 Monaten verwende ich jetzt den Nuvaring. Natürlich ist das jetzt alles erst mal eine Umstellung.
    Was mir wirklich auffällt ist, dass sich Geruch und Geschmack meiner Vagina verändert haben – säuerlich-bitter –> unangenehm.

    Hat jemand anders diese Erfahrung schon gemacht? Weiss jemand einen guten Rat was man tun könnte?

  30. Ich will die Pille nun wahrlich nicht in den Himmel loben, weil es durchaus logisch ist, dass künstliche Hormone ihre Wirkung haben und das die nicht immer so positiv ist, will ich nicht bestreiten, ganz im Gegenteil.
    Ich will nur meine persönliche Erfahrung zur Pille sagen, die gar nicht so negativ sind.
    Ich nehm die Pille seit ich 16 bin und meinen ersten Freund hatte. Auch eher weil ich keine andere Möglichkeit wusste und mir von meiner damaligen Frauenärztin keine andere genannt wurde.
    Ich muss leider sagen, dass mir die Pille eher aufgedrängt wurde. Ich ging eigentlich zum Arzt um mich gegen Gebärmutterhalskrebs impfen zu lassen und ging nach der dritten Impfung mit einem Pillenrezept nach Hause. Ich wurde nur kurz gefragt, ob ich denn Interesse daran hätte und dann wurden mir auch gleich die Vorzüge genannt: keine Pickel, keine Schmerzen, kürzere Blutung usw. Ich fühlte mich eher wie bei einem Verkaufsgepräch, als in einer Arztsprechstunde.
    Letzendlich hat sich von dem, was mir „versprochen“ wurde nicht erfüllt.
    Ich habe trotzdem eine Problemhaut (was aber eher an meinen vielen Allergien liegt) Ich hatte vorher keine Schmerzen, danach aber auch nicht und eine kürzere Blutung hatte sich auch nicht eingestellt.
    Bei einem meiner letzten Frauenarztbesuche (nun bei einem anderen Arzt, da ich keine Lust mehr auf Verkaufsgespräche hatte) wurde ich auch gefragt, wie es mir denn so mit meiner Pille geht. (ja es gibt wirklich gute Ärzte die das tun) Dann erzählte ich ihm, dass ich trotz Pille in letzter Zeit keine Migräne mehr hätte. (Vor der Pille war es so schlimm, dass mich meine Mutter regelmäßig alle 2 Wochen von der Schule abholen musste und ich die nächsten 24h nur im Dunkeln im Bett verbringen konnte.) Mein Frauenarzt erklärte mir dann, dass dies auch eine „Nebenwirkung“ der Pille sein kann. Ein Ursache für Migräne ist ein zu niedriger Östrogenspiegel (erklärte er mir) und der wird durch die Pille angehoben (logischerweise). Wenn ich mir also überlege, dass ich ohne Pille ständig krank wäre und Tagelang niemanden an mich ran lassen würde, dann hätte ich definitiv weniger Sex als mit Pille.

  31. Und das geht trotz unserer hoch modernen Medizin nicht anders als dir ein Medikament zu verschreiben, was wenn man Migräne hat (ich weiß,dir hilfts dagegen,hab ich schon gelesen und verstanden) laut einer kanadischen Studie das Schlaganfallrisiko erhöhen soll und dir andere Begleiterscheinungen bringt, die du vll gar nicht haben willst ? Das find ich irgendwie traurig….

  32. Ich habe jetzt vor ein paar Wochen die Pille abgesetzt, nachdem ich seit 8 Jahren (seit meinem 15. Lebensjahr) die Pille namens „Valette“ genommen habe. Ich bereue es kein bisschen, im Gegenteil, es geht mir wesentlich besser seitdem: besserer Schlaf, wesentliche Gewichtsabnahme, die berühmte Lustkurve ist auch zurückgekehrt, einfach perfekt. Ich möchte die Pille eigentlich nie mehr nehmen, da man im Nachhinein doch deutlich merkt, was sie mit einem gefühlsmäßig so anstellt. Guter und wichtiger Beitrag zu diesem Thema, danke,d ass das mal besprochen wurde!

  33. Ich habe die Pille auch vor 2 Monaten abgesetzt (Bellissima), nachdem ich sie 7 Jahre genommen habe. Die berühmte Lustkurve wurde durch die Pille meiner Meinung nicht beeinträchtigt. Das einzige was sich jetzt verändert hat, sind die „Beschwerden“, die ich während meiner Periode jetzt spüre: Brustziehen und Unterleibsschmerzen.
    Ob ich die Pille als Verhütungsmittel wieder nehmen würde, wenns notwenidig ist, weiß ich nicht. Aber wenn dann auf jeden Fall wieder die Bellissima.

  34. Ich habe ca. 5 Jahre lang die Valette genommen. Vor 2,5 Jahren habe ich mich sterilisieren lassen. Natürlich habe ich nun alle Beschwerden, die der Zyklus so mit sich bringt: PMS, Bauchkrämpfe während der Mens, Mittelschmerz beim Eisprung und leider auch immer diese Pickel. Mein Körper holt offenbar alles nach… nur die Lust kam nicht zurück. Anfangs schon, aber das hielt leider nicht lange an. Ich hab schon mal davon gelesen, dass die Pilleneinnahme bei manchen Frauen auch dauerhaft die Lust killen kann. Dann hätte ich mir die Steri allerdings auch sparen können. Enthaltsamkeit (hier eher ungewollt) verhütet schließlich auch hervorragend.

    Ann-Marlene: Danke! Ich habe schon sehr viel über mich gelernt und finde, dass sich JEDER Deine Beiträge anschauen/durchlesen sollte.

  35. Zwei Dinge aus meiner direkten „Umgebung“:
    Zum einen kann die Pille den Geruchssinn empfindlich verändern. Die Nase wird weniger empfindlich. (Quelle: meine Frau, sie konnte nach Absetzten der Pille ihren damaligen Partner buchstäblich „nicht mehr riechen“.)
    Zum Anderen kann die Pille bei Frauen, die zur Migräne neigen, diese Neigung massiv fördern. (Quelle: meine Tochter. Seitdem sie die Pille abgesetzt hat, sind die erheblichen Störungen durch Migräne und nahezu unerträglichen Kopfschmerzen nahezu völlig weg.)

  36. Ich glaube man kann sich keine Muschi-Infektion holen (ich als Mann sowiso nicht), aber eine an den Beinen. So mir selber schon passiert. Ging aber von selbst wieder weg. War im Schwimmbad. Ich kann rückwirkend nicht sagen ob die Rötung evtl. auch von Chlorreiniger verursacht wurde auf der Klobrille. Es waren rote Pünktchen auf beiden Beinen. Seitdem überall nur noch mit Klopapier auf der Brille!

  37. Hallöchen,
    ich würde gerne das Rätsel um die Pilzinfektion lösen, was die sonst so tolle und kompetente Ann-Marlene leider falsch erklärt hat.

    Pilzinfektionen entstehen durch übermäßiges Vorhandensein des Hefepilzes Candida Albicans.
    Dieser Pilz ist natürlicher Bestandteil der Scheidenflora. Problematisch (=juckend,brennend) wird es nur, wenn er sich übermäßig vermehrt. Zur übermäßigen Vermehrung wird er angeregt durch zu warmes, feuchtes Klima im Intimbereich (Synthetikslips, Slipeinlagen aus Plastik), viel Zuckerhaltige Nahrung, Abtötung der guten Scheidenbakterien, die ihn in Schach halten (Antibiotika), geschwächtes Immunsystem. Auch ph-Wert Veränderungen in der Scheide durch Sex können das Entstehen von Pilzinfektionen begünstigen (nur daran kann und will man ja nichts ändern ;-) ).

    Man kann sich Pilzinfektionen deshalb nicht von Aussen holen, weil die Pilze sowiso schon vorhanden sind. Was man sich an anderen Sachen auf der Toilette holen kann oder nicht, dazu kenn ich mich nicht aus.

    Das wäre leicht im Internet zu recherchieren gewesen. Schade.

    Ich bin auch keine Expertin sondern einfach nur eine Frau, die selbst Probleme mit häufigen Pilzinfektionen hatte (die einem die Lust auf Sex echt vermiesen können), die sich ein bisschen schlau gemacht hat und die Probleme mit zuckerarmer Ernährung, Baumwollslips und hören auf den eigenen Körper gut in den Griff bekommen hat.

    Deswegen wollte ich diese Infos der vielleicht ein oder anderen Frau, der sie nützen könnten nicht vorenthalten.

    Schöne Grüße

  38. Hallo Sandra,

    ich habe mir gerade auch noch einmal den Beitrag angeschaut und stelle fest, dass Ann-Marlene hier letztlich nichts falsch erklärt hat.
    Sie hat nur dem Wunsch von Herrn Dr. Engerlings entsprochen und darauf hingewiesen, dass man sich generell NICHT auf der Toilette in Sachen Scheide infizieren kann – ob mit Pilzen oder auch anderem. Darüber WO man sich mit Pilzen infizieren kann hat sie nicht gesprochen. Denn, zu Themen die nicht in dem Fachbereich von Ann-Marlene liegen sagt Ann-Marlene auch nichts. Das ist halt eher ein Bereich für Ärzte und nicht für Sexologen bzw. Sexologinnen.
    Trotzdem: Danke für Deinen Kommentar und die Informationen zu Deinen Erfahrungen, die u.U. anderen Betroffenen helfen können!
    Felix der Kameramann

    Hier noch ein paar Infos zu dem Thema Pilzinfekionen in der Scheide:
    Ein Scheidenpilz (Vaginalpilz) hat seine Ursachen am häufigsten (in über 80% der Fälle) im Erreger Candida albicans, einem Hefepilz der Gattung Candida. Ein weiterer Vertreter derselben Gattung, Candida glabrata, kann ebenfalls eine entzündliche Pilzinfektion der Scheide verursachen. Alle durch Pilze der Gattung Candida ausgelösten Infektionen tragen die Bezeichnung Candidose oder Soor : Die vaginale Pilzinfektion durch Candida heißt also auch Soorvaginitis oder Soorkolpitis.
    Beide Pilzarten sind regelmäßig auf Pflanzen und Gegenständen zu finden. Die Pilze können über die Nahrung auf die Mundschleimhaut und die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts und von dort durch verschiedene Übertragungswege in die Scheide gelangen. Am häufigsten hat der Scheidenpilz seine Ursachen in einer Infektion beim Geschlechtsverkehr. Außerdem können die Erreger über eine Schmierinfektion (bei falscher Toilettenhygiene) vom Enddarm in die Scheide gelangen.

    Und noch etwas aus einer andren Quelle:
    Die sensible Scheidenflora gerät aus dem Gleichgewicht
    Die gesunde Scheide beherbergt sogenannte scheidentypische Bakterien, Milchsäurebakterien (Laktobazillen). Sie sorgen durch die Bildung von Milchsäure für ein saures Milieu, in dem sich die meisten Bakterien nicht wohlfühlen. Auch Hefepilze haben es schwerer, wenn die Scheide optimal mit Milchsäurebakterien besiedelt ist.
    Wird der natürliche Schutzmechanismus aus Laktobazillen und Milchsäure erschüttert, gewinnen unerwünschte Mikroorganismen aus Enddarm und Haut schnell Überhand.

  39. Nachtrag:
    Für alle Leser, die sich verzweifelt fragen was denn wohl „Pilze“ mit der „Pille“ zu tun haben, weil der Beitrag doch „Was ist dran am Lustkiller Pille?“ heißt:
    Einfach den Beitrag schauen … am Ende wechselt Ann-Marlene kurz das Thema um einem Wunsch von Dr. Engerlings zu entsprechen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Mein Blog »

Aktuelle Beiträge rund um Themen wie Männer und Frauen, Sexualität sowie Aufklärung finden Sie in meinem Sexologie-Video-Blog. Über Ihre Themenwünsche und Kommentare freue ich mich – Sie können sie gern auch anonym einreichen. Zum Blog »

Seins Momente
"Seins Momente" von Verena von Harrach: Ein kleines Büchlein zum Aufblättern und Zulassen. Ann-Marlene hat es buchstäblich erwischt, aber seht selbst.
Kondom-Fragen 3. Teil
Vorhang auf für den letzten Teil unserer Kondom-Fragerunde mit Gummi-Experte Marco!
Kondom-Fragen 2. Teil

Ihr stellt Fragen rund ums Kondom und unser Kondom-Experte Marco antwortet. Und auch die Sexologin ist begeistert von den tollen Fragen. Eines ist sicher:...

Kondom-Fragen 1. Teil

Vor einiger Zeit haben wir Euch gebeten, uns Eure Fragen zum Thema „Kondome“ zu schicken.
Vielen Dank erst einmal an alle, die dieser Bitte...

BDSM mit Maxim Barchand die 3te

Vorhang auf für den dritten Teil „BDSM mit Maxim Barchand“, heute mit dem Thema „Spanking“! Um so einen Flogger richtig schwingen zu können, braucht...

DOCH NOCH – Das Spiel

Einige von Euch haben vielleicht schon in Ann-Marlenes Newsletter von dem erotischen Kartenspiel gelesen, das Ann-Marlene und „ihre Jungs“ realisieren wollen. Hier könnt ihr...